Wenige Stunden nach verhindertem Angriff: Piraten schlagen erneut zu

Dänische Soldaten der Iver Huitfeldt (im Hintergrund) nach Durchsuchung des Frachters (Foto: NATO/Ocean shield)

Wenige Stunden nach dem gescheiterten Angriff vermutlich somalischer Piraten auf einen Tanker in der Straße von Oman ist am Wochenende nur wenige Seemeeilen entfernt ein dänischer Frachter von den Seeräubern vorübergehend in seine Gewalt gebracht worden – sehr wahrscheinlich die gleiche Pirate Action Group, die in der Region operiert. Die Besatzung verbarrikadierte sich in der Zitadelle, dem geschützten Fluchtraum, schickte ein Notsignal aus – und die dänische Fregatte Iver Huitfeldt eilte zu Hilfe, fand aber keine Piraten an Bord des Frachter mehr.

Aus der Mitteilung der NATO-Antipirateriemission Ocean Shield vom (heutigen) Sonntag:

Late yesterday, the Danish MV Torm KRISTINA was sailing to Muscat (Oman) in order to perform a quick logistical port visit, when she was approached by 2 suspected pirate skiffs. The crew quickly assembled in the citadel and sent a mayday message out.
Meanwhile the mayday message was passed to the Commander of the NATO counter piracy task force, Rear Admiral Antonio Natale. He tasked one of the NATO warships HDMS Iver Huitfeldt, which was in Muscat for a port visit and therefore only 90 miles away, to proceed to the MV Torm Kristina and assist her.
By the time the NATO warship arrived on the scene three hours later, the pirates had left the Torm Kristina. It is believed that they saw the warship coming towards them and realised they had no  possibility of taking control of the Torm Kristina.
A boarding party from the Iver Huitfeldt boarded the Torm Kristina, searched the ship to ensure that no pirates were still on board and once this was established they freed the crew from the citadel.

Da kein bewaffnetes Schutzteam an Bord der Torm Kristina erwähnt wird, war vermutlich auch keines da. Aber immerhin die geschützte Zitadelle.

(Karte: OpenStreetMap)

Die Kaperung des dänischen Frachters ereignete sich bei 24.58 Nord/57.57 Ost – zum Vergleich der Ort des vorangengangenen Kaperversuchs bei 24.15 Nord/59.07 Ost:
(Karte: OpenStreetMap)

RC N Watch: Der Tiger in Afghanistan – volle Einsatzbereitschaft April 2013

(Foto: ISAF RC North PAO)

Noch ein Nachtrag zur zurückliegenden Woche: Der Tiger ist in Afghanistan angekommen, die ersten zwei dieser KampfUnterstützungshubschrauber sind am vergangenen Freitag in Masar-i-Scharif gelandet. Zwei weitere Tiger sollen folgen – aber ich stolpere dann doch über die Aussage: Germany will send two additional helicopters in the coming months and hope to be fully operational by April 2013. Das ist ja noch ne Weile.

Diese Aussage und mehr Fotos dazu vom PAO ISAF RC North auf der Facebookseite des RC North: UHT Tiger Support Helicopter Arrives at Camp Marmal

(Noch mal nachgeguckt auf den Bundeswehrseiten: Die Einsatzbereitschaft soll bis Ende Februar 2013 hergestellt sein. Das ist vermutlich der Unterschied zwischen Einsatzbereitschaft und voller Einsatzbereitschaft? Im Bericht über die Ankunft der Tiger in Afghanistan heißt es etwas vage: Im ersten Quartal nächsten Jahres sollen dann insgesamt vier UH „Tiger“ zum Einsatz kommen, sobald die volle Einsatzbereitschaft hergestellt ist. Das wäre dann noch vor April…)

(Und als Nachtrag noch ein kleines redaktionelles Ärgernis: Es wäre für viele nicht nur meiner Leser schon nett, wenn die RSS-Feeds der Bundeswehrseiten anständig funktionieren würden und solche Geschichten zeitnah angezeigt würden – weder über BundeswehrRSS noch über meinen – etwas ausführlicheren – Twitter-Stream MilitaerRSS wurde die Tiger-Story vom Freitag angezeigt.)

Zum 3. Advent: Der GI im Deutschlandfunk-Interview

(Foto: Bundeswehr/PIZ EinsFüKdo via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Am (heutigen) 3. Advent mache ich es mir mal einfach und verweise einfach zum Nachlesen (und später auch zum Nachhören) auf das Interview der Woche im Deutschlandfunk, dass der Kollege Rolf Clement mit Bundeswehr-Generalinspekteur Volker Wieker geführt hat:

Wieker: Nachwuchszahlen sind zufriedenstellend
Der Generalinspektor der Bundeswehr über die Anwerbung von Freiwilligen und die Lage in Afghanistan

Allen Lesern von Augen geradeaus! einen schönen und hoffentlich ruhigen 3. Advent!