RC N Watch: Vermischtes aus dem Norden

Einfach mal um die Sammlung fortzusetzen, einige Meldungen aus Nordafghanistan aus den vergangenen Tagen – ehe der Eindruck entsteht, im Norden Afghanistans gebe es keine Probleme mehr. Oder der Eindruck, dass ISAF nicht mehr aktiv sei.

ISAF Joint Command operational update, Dec 2

An Afghan and coalition security force arrested a local Taliban leader in Pul-e Khumri district, Baghlan province, today. The leader built and distributed improvised explosive devices and was responsible for transporting IED components to insurgents throughout the district.

ISAF Joint Command operational update, Dec 3

Afghan and coalition forces confirmed today that a local Taliban leader was arrested during a security operation in Sar-e Pul district, Sar-e Pul province, Saturday. The detained Taliban leader was responsible for planning and conducting improvised explosive device attacks throughout Sar-e Pul province, and provided direct assistance to senior Taliban leaders in the province.

ISAF Joint Command operational update, Dec 5

Yesterday, an Afghan and coalition security force conducted an operation in Mazar-e Sharif district, Balkh province that resulted in the death of Nasrullah, a district-level Taliban leader in Chahar Bolak district, Balkh province. Nasrullah, also known as Hijran, directed and coordinated insurgent attacks against Afghan and coalition forces in Chahar Bolak. During the operation, the combined security force killed one other insurgent and seized a large quantity of improvised explosive device material.
An Afghan and coalition security force detained an Islamic Movement of Uzbekistan facilitator during an operation in Kunduz district, Kunduz province, yesterday. The facilitator oversaw the transfer of improvised explosive device materials to insurgents, and directed the emplacement of IEDs against Afghan and coalition forces. The security force also detained one suspected insurgent as a result of the operation.

ISAF Joint Command operational update, Dec 6

In Dahanah-ye Ghori district, Baghlan province, today, an Afghan and coalition security force arrested a Taliban leader who was responsible for acquiring and distributing weapons and explosives to insurgents in the area. During the operation, the combined force also detained several suspected insurgents and seized a number of improvised explosive device components.

Death of Kunduz businessman raises alarm over kidnapping

A businessman who went missing for more than a month was found dead in northern Kunduz province on Thursday, triggering fear among local business community of their safety due to rising kidnappings.
(…)
Kunduz police chief spokesman Syed Sarwar Hussani said police have taken special measures for the security of businessmen and they would continue to protect the traders in the future.
Hussani said they arrested a four-member gang that was involved in the kidnapping of a businessman and a lady doctor’s son. Police managed to free both the victims from the clutches of the abductors.

Bundesregierung will bis zu 400 Soldaten zur Flugabwehr in die Türkei schicken (Zusammenfassung, mehr Einzelheiten)

Patriot-Startgerät der Bundeswehr, hier für PAC-2-Raketen, die zusammen mit den – moderneren – PAC-3-Raketen in der Türkei eingesetzt werden sollen (Foto: Bundeswehr/Michael Mandt via flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Das Bundeskabinett hat am (heutigen) Mittwoch einen Einsatz von Patriot-Flugabwehrsystemen der Bundeswehr in der Türkei beschlossen, um eine befürchtete Bedrohung des NATO-Partnerlandes  durch Kurzstreckenraketen aus Syrien abzuwehren. Das Mandat, das dem Bundestag in der kommenden Woche zur Billigung vorgelegt wird und bis zum 14. Dezember beschlossen werden soll, sieht dafür eine Obergrenze von bis zu 400 Soldatinnen und Soldaten vor. Darin enthalten sind auch deutsche Besatzungsmitglieder in AWACS-Überwachungsflugzeugen der NATO, die unter Umständen vom NATO-Oberbefehlshaber (SACEUR) zur Aufklärung und Überwachung in der Region eingesetzt werden können. Das Mandat soll für gut ein Jahr bis Ende Januar 2014 gelten, der Einsatz rund 25 Millionen Euro kosten.

Die Bundesregierung folgt mit ihrem Antrag an das Parlament einer Anfrage der Türkei an die Bündnispartner und einem Beschluss der NATO-Außenminister vom (gestrigen) Dienstag. Neben den deutschen Patriot-Einheiten sollen gleiche Flugabwehrsysteme der Niederlande und der USA eigene Flugabwehrsysteme an der türkisch-syrischen Grenze stationiert werden.

Nur die drei Länder verfügen in der Allianz über die modernste Ausbaustufe der Patriot-Systeme mit den so genannten PAC (Patriot Advanced Capability)3-Raketen, die auf den Abschuss ballistischer Raketen optimiert sind. Allerdings sollen nach Informationen von Augen geradeaus! nicht allein Systeme mit PAC3, sondern auch Raketen des älteren Typs PAC2 in der Türkei stationiert werden, die mit geringeren Leistungen begrenzt ebenfalls zur Raketenabwehr eingesetzt werden können. (Die NATO erklärt den Unterschied so: PAC-2 is a proximity fusing missile, whereas PAC-3 has been specifically designed to intercept and destroy missiles by impacting them directly with kinetic energy – “Hit-to-Kill” technology.)

Der vom Kabinett beschlossene Mandatsentwurf nennt neben der Obergrenze von 400 Soldaten keine einzelnen Waffensysteme, sondern wie in solchen Mandaten üblich militärische Fähigkeiten, die in den Einsatz geschickt werden sollen: Bodengebundene Luftverteidigung, Führung und Führungsunterstützung, Aufklärung und Überwachung, Logistische und sonstige Unterstützung, sanitätsdienstliche Versorgung, Sicherung und Schutz. Deshalb wird auch die Einbeziehung der AWACS-Überwachungsflugzeuge im eigentlichen Mandatstext nicht genannt, allerdings in der Begründung: weiterlesen

Kabinett beschließt deutsche Patriot und AWACS-Soldaten für die Türkei (Update: O-Ton de Maizière/Westerwelle)

Das Bundeskabinett hat am (heutigen) Donnerstagmorgen ein Mandat für den Einsatz deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme in der Türkei beschlossen, das auch mögliche Überwachungsmissionen von AWACS-Flugzeugen mit deutscher Beteiligung vorsieht. Verteidigungsminister Thomas de Maizière sagte in Berlin, das auf ein Jahr bis Ende Januar 2014 befristete Mandat sehe bei einer Obergrenze von 400 Soldatinnen und Soldaten zwei Patriot-Feuereinheiten mit rund 170 Mann Personal vor. Hinzu kämen Unterstützungs- und Sanitätskräfte, aber auch der deutsche Anteil an Besatzungen der AWACS-Überwachungsflugzeuge, falls der NATO-Oberbefehlshaber diese Maschinen im Rahmen des NATO-Luftverteidigungsplans zur Unterstützung an der türkisch-syrischen Grenze einsetzen wolle.

De Maizière betonte, die Patriot-Einheiten – neben deutschen sollen niederländische und US-Systeme zum Einsatz kommen – seien dem NATO-Oberbefehlshaber unterstellt, und die Kommandokette reiche bis in die Türkei. Die Stationierung habe klar defensiven Charakter und diene der Abschreckung und in keiner Weise dazu, eine Flugverbotszone durchzusetzen.

Update: Hier der O-Ton des Pressestatements von de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle im Verteidigungsministerium (fast komplett, leicht gekürzt vor allem um die Aussage Westerwelles zur Lage in Ägypten)

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Bis zu 400 Soldaten für Patriot-Einsatz in der Türkei

Das Bundeskabinett will am (heutigen) Donnerstagmorgen das Mandat für einen Einsatz deutscher Patriot-Flugabwehrsysteme und Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze beschließen, dass dann vom Bundestag gebilligt werden soll. Erste Zahlen sind am Mittwochabend durchgesickert: Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa sollen bis zu 400 Soldaten in diesen Einsatz entsandt werden können, deutlich mehr als die 170 Soldaten für zwei Patriot-Staffeln, von denen bislang zu hören war.

Über das Mandat wollen Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle am Donnerstagmorgen nach der Kabinettssitzung informieren; dann gibt es vielleicht auch ein bisschen Klarheit, wie die Zahl 400 zu Stande kommt.

Nachtrag: Und auch das dürfte noch in die politische Debatte über diesen Einsatz einfließen: Beim Treffen der NATO-Außenminister in dieser Woche, so berichtet am Donnerstag die Süddeutsche Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht), habe Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen recht deutlich für eine Intervention der Allianz in Syrien geworben – im Einklang mit den USA, Großbritannien und der Türkei.