Ziemlich deutsch.

Zwischendurch wundere ich mich immer wieder mal, warum es in Deutschland – anders als z.B. in den USA – praktisch keine aktiven Soldaten gibt, die ein Blog betreiben oder in ähnlicher Art im Internet präsent sind.

Wenn ich auf den jüngsten Eintrag im CH-53-Blog gucke, in dem ein Kenner des Waffensystems seine Ansichten, Erkenntnisse und bisweilen auch recht kritische Fragen publiziert(e), wundert es mich wieder nicht mehr:

Es gibt zurzeit Irritationen bezüglich dieses Blogs.
Bis zur hoffentlich baldigen Klärung wurden einige Inhalte aus dem Blog entfernt.

Die Hintergründe kenne ich (noch) nicht. Aber ermutigend sieht das nicht aus.

Wo wir gerade bei ziemlich deutschen Verhaltensweisen sind: Was die NATO da für Fotos, Videos und Texte auf ihren Webseiten festlegt, gefällt mir gut:

Photos, videos and articles are released under the legally recognized terms of „Fair Use“ to members of the press, academia, non-profits and the general public.

Ob sich deutsche Behörden daran ein Beispiel nehmen mögen? Bei der Bundeswehr gilt das ja nur zum Teil – für die Fotos, die über flickr veröffentlicht werden. Aber nicht für die übrigen Veröffentlichungen. Und für das – vom Steuerzahler bereits finanzierte – Material des Bundespresseamtes gilt das schon mal gar nicht. Dabei hat auch die NATO schon ein paar Schranken eingezogen:

  • No material is to be used in programs, articles or online publications of any kind that defame NATO or its member countries.
  • Material is provided, free of charge, for use in objective and balanced content, even if at times the end products may be critical of NATO.

 

45 Kommentare zu „Ziemlich deutsch.“

  • Sven   |   13. Januar 2012 - 12:40

    Kein Wunder. Bei uns hat einmal ein S2 einen Soldaten aufgefordert, die Bilder aus Facebook zu nehmen, in denen er in Uniform zu sehen ist!

    Dürfen die amerikanischen Soldaten nicht sogar „ganz offiziell“ bloggen?

  • Christian   |   13. Januar 2012 - 13:07

    Bezüglich Fotos:

    Bei den Amerikanern steht jedes, im Dienst aufgenommens Bild, unter Public Domain, also Gemeinfrei (http://de.wikipedia.org/wiki/Public_Domain). Die BW stellt die Bilder in Flicker unter eine Creative Commons Lizenz bei der das bearbeiten des Werkes nicht erlaubt ist.
    Also für Wikipedia, aber auch für Blogs, ungeeignet das allein die Veränderung der Bildgröße einen Lizenzbruch darstellt. Wäre halt schön wenn die BW Bilder auch unter Public Domain ständen.

  • b   |   13. Januar 2012 - 13:08

    Die „Schranken“ die die NATO da gezogen hat, „objective and balanced content“, widersprechen der Fair Use Doktrin nach englischem Common Law und U.S. Fair Use Law. Wer soll entscheiden was „objective and balanced“ ist?

    Die U.S: Army hat ein Handbook for Social Media herausgegeben. Erlaubt ist danach längst nicht alles und Milblogger die nicht die offizielle Meinung vertreten kommen auch mal schnell unter Druck.

  • J. König   |   13. Januar 2012 - 13:13

    Ein mögliches inhaltliches Thema für den 23. März 2012 – bei dem ersten Treffen der blogger (innen) in augengeradeaus.net?

    Vielleicht sind medien- und soldatenrechtliche Aspekte mit Blick auf bloggen in www gerade für Soldatinnen und Soldaten, die gerne mal die „eigene Feder führen“ möchten oder sich in einem blog rege und aktiv mit Einträgen beteiligen, nicht unwichtig zu wissen?

    Oder soll es eher medien- und sicherheitspolitisch ausgerichtet werden?

  • Orontes   |   13. Januar 2012 - 13:16

    Deutsches Recht verplichtet jeden, der ein Blog betreibt, zur Preisgabe seines Klarnamens und seiner Privatadresse. Soldaten wären angesichts regelmäßig stattfindender linker Übergriffe auf Wohnungen von Soldaten, deren Namen und Adressen bekannt wurden (siehe u.a. http://de.indymedia.org/2011/06/310868.shtml), somit schlecht beraten, Blogs zu betreiben.

  • Hans   |   13. Januar 2012 - 13:18

    Moin,

    aus dem Bereich der deutschen Marine sind die Blogs „marineforum.de“ und „Seefahrerblog“ wohl aufgrund von Druck der Vorgesetzten der betreibenenden Marinesoldaten die diese Blogs verantwortlich betrieben haben eingestellt worden

    Hans

  • bq ethe   |   13. Januar 2012 - 13:20

    Die Hürde bei Soldaten ist der Artikel 14 Soldatengesetz und insbesondere die teilweise sehr individuelle Auslegung dieses Artikels.

  • Gusti69   |   13. Januar 2012 - 13:42

    Macht unsere Bundespräsi nicht gerade vor wie weit es mit der Meinungsfreiheit in D gekommen ist?!?!!?!?
    Und es wird nunmal nicht mehr besser. Leider.
    Ich drücke Andi auf jeden Fall die Daumen und hoffe das es keine dienstlichen Auswirklungen hat.

  • Christian   |   13. Januar 2012 - 13:49

    @Orontes,

    dann betreibe ich den Blog halt in einem Land womit Deutschland kein Rechtshilfe abkommen hat.

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2012 - 14:09

    @Orontes

    Mir scheint, die Probleme mit linken Aktivisten sind, wenn überhaupt, bei dieser Frage recht nachrangig… Ehe sich ein Soldat da bedroht fühlen kann, hat wahrscheinlich ein Vorgesetzter schon längst das Bloggen abgestellt.

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2012 - 14:11

    @Christian

    Wenn ich das richtig sehe (aber ich bin ja kein Jurist), ist die Veränderung der Bildgröße auch bei der gewählten No-Derivatives (ND)-Lizenz kein Problem; wohl aber Ausschnitte.

    (Ansonsten wäre die Frage: welche Größe ist denn dann die Zulässige? Wo schon flickr fünf verschiedene Bildgrößen anbietet?)

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2012 - 14:19

    @Thomas
    Du weist doch das die Bundeswehr für die Öffentlichkeitsarbeit den Presse- und Informationsstab hat und in (fast) jeder Organisationseinheit der Bw gibt es einen verantwortlichen für die Presse.
    Soll denn jetzt „jeder kleine oder große Soldat“ einen Blog betreiben und die offizielle Informationspolitik unterstützen oder karrikieren?
    Der aktive Soldat hat Zurückhaltung in seinen Äusserungen zu waren; außerdem gibt es bei Streitkräften auch noch soetwas wie „security on information“.
    Die ZDv 2/30 (ist ja im Netz verfügbar) gibt schon ein paar Ideen, warum nicht jeder aktive Soldaten „das Sprachrohr“ der Bundeswehr sein sollte.

  • Christian   |   13. Januar 2012 - 14:22

    @TW

    Ich weiß nur das ich die Bilder des BW Flicker Stream nicht in Wikipedia integrieren kann. Eben weil man sie nicht bearbeiten darf.

  • Orontes   |   13. Januar 2012 - 14:37

    @Christian
    „dann betreibe ich den Blog halt in einem Land womit Deutschland kein Rechtshilfe abkommen hat.“

    Nach deutschem Recht ist das aber auch illegal. Wer sich als Soldat mit eigenem Blog äußern will, ohne sein Privatleben offenzulegen und sich damit für sehr reale Risiken verwundbar zu machen, kann dies als Deutscher laut BRD-Recht nicht auf legale Weise tun, selbst wenn er alle Bestimmungen des Soldatengesetzes bzgl. Zurückhaltung einhält.

    @T. Wiegold
    „Mir scheint, die Probleme mit linken Aktivisten sind, wenn überhaupt, bei dieser Frage recht nachrangig…“

    Für die Betroffenen sind diese Fälle durchaus relevant, und ihre Zahl ist größer, als die Berichterstattung vermuten lässt. Nicht umsonst spielt das „Outing“ politischer Gegner (dazu zählen auch Soldaten, Beispiel Flugblatt „Feinderkennung“ und die von mir bereits verlinkte Aktion in Hannover) inkl. Nennung von Privatadressen eine zentrale Rolle auf linksautonomen Internet-Seiten, auch wenn der Schwerpunkt hier auf tatsächlichen oder vermeintlichen „Nazis“ (da wird in diesem Bereich nicht großartig differenziert) liegt. Passend dazu hat eine bestimmte Partei übrigens kürzlich die Offenlegung aller Besuchsdaten von Jugendoffizieren an Schulen gefordert. Man will offenbar der interessierten „Zivilgesellschaft“ damit ermöglichen, aktiv zu werden.

    Für Soldaten dürften diese Fälle abschreckend genug sein, um bei der Entscheidung über Bloggen oder Nichtbloggen eine Rolle zu spielen.

  • J. König   |   13. Januar 2012 - 14:48

    @ Orontes

    „Für Soldaten dürften diese Fälle abschreckend genug sein, um bei der Entscheidung über Bloggen oder Nichtbloggen eine Rolle zu spielen.“

    Womöglich spielen weitere und zusätzliche Gründe dabei eine Rolle. Vermutlich gibt es dafür nicht nur einen Grund. Der von Ihnen genannte und ins Feld geführte mag einer sein; jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass er der ausschlaggebende und für alle Fälle zutreffende ist.

    Nix für ungut.

  • chickenhawk   |   13. Januar 2012 - 14:51

    Für ein ausgesprochen fachbezogenes Blog wie das CH-53-Blog wäre das Ausweichen in die Anonymität und ins Ausland ohnehin keine Option, da der Urheber vermutlich auch so ohne weiteres zu identifizieren wäre.

    Die Problematik mit de.indymedia.org verdiente im übrigen eine eingehende Betrachtung: Es werden dort Gewalttaten gegen Bundeswehrangehörige geplant und dreisterweise auch noch dokumentiert, so etwa die Zerstörungen an der Privatwohnung eines Leutnants, dessen Anschrift offenbar ausgespäht wurde.

    Unter diesen Bedingungen würde ich als aktiver Soldat oder Reservist meine persönlichen Daten auch nicht ins Netz stellen wollen.

  • T.Wiegold   |   13. Januar 2012 - 15:04

    Schon komisch. Der Autor des betroffenen Blogs verweist hier in den Kommentaren darauf, dass Artikel 14 Soldatengesetz zu dem Problem führte. Aber einige wollen das dennoch unbedingt auf eine Linksextremismus-Schiene schieben und bringen Dinge ein, die hier schon ausführlichst debattiert wurden. Noch mal: Wie viele aktive Soldaten schrecken wohl vor der öffentlichen Wahrnehmung in einem Blog wg. möglichen Ärgers mit Vorgesetzten zurück? Dass von den Linken alles Übel dieser Welt kommt, haben wir schon verstanden, danke.

    (Nebenbei: Natürlich stelle ich auch nicht meine Privatadresse im Impressum ins Netz – sondern eben die Büroadresse. Mir fallen aber viele Leute ein, in deren Händen ich meine Privatanschrift nicht sehen möchte, quer durchs ganze Spektrum.)

  • chickenhawk   |   13. Januar 2012 - 15:31

    In der Regel dürften die Probleme von bloggenden Soldaten in der Tat mit ihrer Pflicht zur Verschwiegenheit zu tun haben.

    Dass es jedenfalls im vorliegenden Fall so sein könnte, dazu braucht man nicht viel Phantasie, denn es werden nun einmal Bundeswehr-Interna an die Öffentlichkeit getragen. Open Source Intelligence ist hier das Stichwort.

    Wenn aber die Frage lautet, warum in Deutschland so wenige aktive Soldaten bloggen, so ist die Befürchtung, durch die zwangsweise Offenlegung von privaten Informationen sich und seine Familie möglicherweise zu gefährden, nicht von der Hand zu weisen. Ganz so nonchalant kann man über diesen Aspekt nicht hinweggehen.

  • Insider   |   13. Januar 2012 - 15:44

    Ich denke beim aktuellen Beispiel des CH53 Blogs geht es eher darum, das die Führungsebenen nicht öffentlich mit den unbequemen und berechtigten Einwänden der Betroffenen zum sagenhaften „Fähigkeitstransfer CH-53 zur Luftwaffe“ konfrontiert werden möchten. Dieses Ding soll um jeden Preis durchgezogen werden, damit jetzt keiner, der an dieser sehr fragwürdigen Entscheidung beteilligt war, sein Gesicht verliert.
    Zu diesem Thema findet auch am Montag in Rheine nochmal eine Protestveranstaltung der Stadt Rheine und des Kreises Steinfurt statt. Ich bin mal gespannt ob sich dort ein Verantwortlicher aus dem BMVg sehen lässt. Nachdem sich die Begründungen warum der StO Rheine aufgelöst wird (oh Entschuldigung d.h. ja signifikant reduziert) teilweise widersprechen und nachdem jetzt auch noch millionenschwere Investitionen in Laupheim und Holzdorf notwendig werden, könnte das ein schwieriger Gang werden.

  • MFG   |   13. Januar 2012 - 15:50

    @Insider
    Die Geschichte mit dem CH53-Blogs steht vermutlich als gutes Beispiel für die nicht vorhanden Diskussionskultur der Bw. Gesicht wahren über allem.

  • Springer   |   13. Januar 2012 - 18:10

    Eigentlich gehört sich Eigenwerbung in den Kommentarspalten nicht, aber hier passt sie einmal rein: Für das Netztagebuch der neurechten Kulturzeitschrift Sezession bloggen auch zwei Offiziere der Bundeswehr, zuletzt hier:
    http://www.sezession.de/29753/militargeschichte-ohne-identitat-das-neue-militarhistorische-museum-der-bundeswehr-in-dresden.html

    [Das ist ein etwas merkwürdiger Trick – es handelt sich bei sezession.de keineswegs um ein Soldatenblog, und das wird es auch nicht dadurch, dass dort zwei Offiziere der Bundeswehr schreiben – was ja auch Ihnen offensichtlich klar ist, sonst würden Sie ja nicht (ehrlicherweise) dazu schreiben, dass es sich um eine Publikation der Neuen Rechten handelt. Insofern ein Versuch, mein Blog für Werbung für eine bestimmte politische Richtung zu missbrauchen. Nicht besonders lustig. Ich schalte diesen Kommentar ausnahmsweise mal frei, bitte aber darum, solche Versuche künftig zu unterlassen. BTW, wenn das jetzt zu einer OT-Diskussion führen sollte, grätsche ich massiv rein. T.W.]

  • Lennart   |   13. Januar 2012 - 18:37

    Hallo, als Wehrpflichtiger hatte ich mit einigen Freunden ein Blog während der Grundausbildung betrieben (Marine). Wir haben Einträge über unsere Erlebnisse verfasst, diese aber allgemein gehalten und natürlich auch keine Namen genannt oder gar Fotos eingestellt (Fotografieren in Kasernen und so…). Einige Monate nach der Grundausbildung wurde ich von unserem Kompaniechef einbestellt. Er drehte seinen Computermonitor, auf dem unser Blog zu sehen war, zu mir und erklärte mir freundlich, dass das Blog wohl dem MAD aufgefallen sei und dass die Kollegen von der Grundausbildungseinheit das auch nicht so toll fänden. Daraufhin sollte ich es offline stellen. Das habe ich dann auch gemacht, so viel Herzblut hing da nicht dran.
    Er nannte mir Homepage-Projekte von anderen Leuten in unserer Einheit und dass ich mich daran beteiligen könnte. Was ich dann aber nicht tat.
    Ich nehme bis heute an, dass mir der KaLeu mit dem MAD Blödsinn erzählt hat. Aber ein bisschen traurig ist es schon, wenn man nicht mal vage Grundausbildungserlebnisse dokumentieren darf. Die waren zwar nicht alle positiv ausgefallen, aber doch noch sachlich geschildert.

  • Memoria   |   13. Januar 2012 - 18:39

    @Heiko Kamann:
    Dann soll man die Informationspolitik also weiterhin den Wahrheitsverdrehern an der Spitze überlassen? Ausbaden muß es dann weiterhin die kämpfende Truppe.
    Die systematische Schönrednerei bzw. aktive Realitätsverweigerung der militärischen Führung und in hohen Stäben hat bereits das Leben von mehreren Kameraden gekostet. Auch die Pflicht zur Zurückhaltung in dienstlichen Belangen hat Grenzen: Spätestens mit der Eskalation der Lage in AFG (ab 2007) ist diese Grenze aus meiner Sicht überschritten. Der „Aufstand des Gewissens “ sollte bereits hier einsetzen, denn die Führungs-, Ausbildungs- und Ausrüstungsmängel sind (weiterhin) gravierend.

  • Heiko Kamann   |   13. Januar 2012 - 19:05

    @memoria
    Ich kann Ihnen keine Lösung anbieten … Sie haben mit Ihrer Kernaussage recht; aber „Revolution“ innerhalb der Bundeswehr!?!? Dann sollte sie besser abgeschaft werden.
    Sie kennen sicher auch genug Soldaten persönlich und sicher auch den ein oder anderen, der sich besser nicht öffentlich äußern sollte …
    Der aktive Soldat hat Loyal seinem Dienstherren zu dienen und hat Gehorsamspflicht, also sollten seine Äußerungen die er erkennbar als aktiver Soldat macht mit Vorsicht gewählt werden. Hat er ansonsten etwas zu „meckern“, soll er Papier schwarz machen und es a.d.D. weiterleiten …

    Ginge es nach mir …
    1.Rückzug der Bundeswehr aus allen aktiven Einsätzen (weil die Bw noch keine Einsatzarmee ist … aus vielerlei Gründen)
    2.Die nächsten 10-20 Jahre Umbau oder Neuanfang oder Transformation der Bundeswehr von grundauf. Die gesamte Vorschriftenlage muss auf das 21. Jhrdrd angepasst (besser neugeschrieben) werden. Ausbilder dürfen nur max. 3 Jahre ausbilden; danach müssen sie wieder in die Truppe. Die Befehlskette muss schlanker und effektiver werden. Spitzenpositionen innerhalb der Bw dürfen nicht mehr danach besetzt werden, wem die „Uniform am besten steht.“ Usw. usw.
    3. Vor in Marsch setzen der Truppe
    … müssen die deutschen Interessen klar definiert werden (Politik)
    … muss der Generalinspekteur klar darlegen, ob die Truppe mit der vorhandenen Ausrüstung den Einsatz fahren kann oder ob Dinge zu beschaffen sind.

  • Frank Hamm   |   13. Januar 2012 - 19:23

    Bei den US-Streitkräften gibt es zwar uneinheitliche Freigaben von Bildern. So stellt die Pacific Fleet Bilder unter CC-BY-NC auf Flickr http://www.flickr.com/photos/compacflt/ während die 7. US Flotte (die meines Wissens Teil der Pazifikflotte ist) die Bilder unter CC BY-SA http://www.flickr.com/photos/us7thfleet Andererseits werden Bilder bzw. Inhalte mit einem entsprechenden Selbstverständnis zur Verfügung. Das führt dann beispielsweise dazu, dass bei der Unterstützung für die Kühlung von Fukushima letztes Jahr offizielle Bilder zuerst auf Flickr waren – später waren sie dann bei der Tagesschau (über eine Agentur) :-)

    In Deutschland ist das Selbstverständnis einfach noch lange nicht soweit, insbesondere wird es nach meinem Eindruck „von oben“ einfach weggedrückt, dass sich die Medien verändert und auch Kulturen verändert habe.

  • Insider   |   13. Januar 2012 - 21:52

    @Heiko Kamann
    An wen soll ich denn die Beschwerde über die gefühlte 100. Reform auf dem Dienstweg schreiben ?
    An die, die uns immer erzählen das alles in Ordnung ist, wir bei dieser Reform frühzeitig „mitgenommen“ werden und eine sichere und vernünftige Planung im Vordergrund steht ?

    Das Papier kann man sich auch sparen.

  • schleppi   |   13. Januar 2012 - 21:53

    Die IGTH, zu der auch der Blogbetreiber gehört, unterhält eine HP unter http://www.igth.de. Die Seite geht bewusst nicht in die fachliche Dimension, die der Blogbetreiber beabsichtigt.
    Grundsätzlich ist die Zeit der umfassenden Informationskontrolle durch das Internet beendet worden. Es gibt kaum eine Information, die nicht unmittelbar oder durch Zusammenfügen unterschiedlicher Quellen erlangt werden könnte. Das System der Sicherheitsvorschriften in der Bundeswehr hält der Entwicklung nicht stand. Die Chancen, die mit dieser Informationsverbreitung verbunden sind, werden nicht gesehen. Mittlerweile wird die Parlamentsarmee nicht nur durch das Parlament kontrolliert, sondern auch durch die communities. Logische Folgerung der Führung des Hauses aus dieser Tatsache müsste eine Erkenntnis sein: Innerhalb der Bundeswehr: Transparenz, Transparenz , Transparenz. Wenn die sicherheitspolitsiche Diskussion gefordert wird, darf sie nicht unter der Einschränkung geführt werden, dass nur Auserwählte an ihr teilnehmen dürfen. Ich hatte schon in einem früheren Beitrag auf die Fragwürdigkeit dieser Tatsache hingewiesen.

  • Memoria   |   13. Januar 2012 - 23:39

    @Heiko Kamann:
    Keine Revolution, sondern Einhaltung von Paragraf 13 Soldatengesetz. Solange hiergegen massiv von hohen Vorgesetzten verstoßen wird, hat jeder Soldat das Recht – ja sogar die Pflicht – hiergegen auch außerhalb des Dienstweges Stellung zu nehmen. Auf dem Dienstweg wird ja eben alles abgebügelt. Soll man dann die Schnauze halten?
    Innere Führung war mal anders gedacht.

  • Martin Böcker   |   14. Januar 2012 - 7:15

    Mit dem CH53-Blog habe ich mich nicht genug beschäftigt, konkret dazu kann ich mich also nicht äußern. Allgemein kann ich jedoch sagen, dass es mit der rechtlichen Absicherung der freien Meinungsäußerung besser steht, als die meisten Soldaten (inkl. Vorgesetzte) denken.

    Immer wenn ein Soldat sich in seinem Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt fühlt (wie es vielleicht beim CH53-Blog der Fall ist), steht ihm der Beschwerdeweg bis hin zum Truppendienstgericht (und darüber hinaus, was dann evtl. teuer würde) offen. Dieser „Weg“ kann unter Umständen Monate in Anspruch nehmen, vielleicht muss der Soldat auch unangenehme Gespräche mit Vorgesetzten in Kauf nehmen, aber es gibt ihn. In dieser Hinsicht funktioniert das „System“ also besser als die meisten Soldaten (inkl. Vorgesetzte) glauben. Das ist natürlich nicht einfach und es geht nicht schnell, aber Demokratie ist nunmal nicht einfach und schnell.

    Damit sei nicht gesagt, dass alles toll ist, aber etwas Beharrlichkeit und „Dreistigkeit“ ständen Bundeswehr-Soldaten hinsichtlich ihrer freien Meinungsäußerung schon gut zu Gesicht – Geheimnisverrat und fehlendes Wohlverhalten natürlich nicht. Also: Bei aller berechtigten Kritik an den „Zuständen“, der Rechtsweg funktioniert.

    So sind also sehr kontroverse Debatten möglich, wie zum Beispiel in den letzten sieben Monaten an der Universität der Bundeswehr im Zusammenhang mit den letzten beiden Ausgaben des Studentenmagazins „Campus“. Das ist zwar kein aktiver Blog, aber doch „in ähnlicher Art im Internet präsent“.

    Link spare ich mir, damit Sie, Herr Wiegold, nicht wie bei diesem neurechten Springer dazwischen grätschen müssen.

  • Huey   |   14. Januar 2012 - 9:18

    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“.

    Ich sage bewusst nicht, von wem dieses Zitat stammt (und habe es auch bewusst umgedreht)-aber sollen wir denn weiterhin zusehen, wie in diesem Staat (der angeblich überschuldet ist), Millionen und Abermillionen zum Fenster hinausgeworfen werden, um eine Reform anzuschieben, die schon vor Start nur aufgezeigt hat, das sie zum Scheitern verurteilt ist, und in der es weder um finanzielle noch um strategische/militärische Verbesserungen geht, sondern nur darum, wieder einige Lokalpolitiker zu beruhigen (und den Wünschen des VtdgM nachzukommen, mehr Standorte im „Osten“ zu behalten-obwohl es doch schon seit mehr als 20 Jahren keinen „Osten“ mehr gibt)?

    Der Soldat ist zur Zurückhaltung bei seinen Äußerungen per Soldatengesetz verpflichtet.
    Er ist aber nicht verpflichtet, alles, was „von oben“ kommt, fraglos zu akzeptieren.

    Die Frage muss daher lauten:
    Wurden in dem Blog Informationen veröffentlicht, die nicht hätten veröffentlich werden dürfen?
    MMn nein (aber diese Frage werden im Zweifelsfall Richter klären müssen).

    Wurden in dem Blog Vorgesetzte, Untergebene oder Politiker diffamiert?
    Nein, sicherlich nicht-der Blogbetreiber kennt seine Pflichten, die mit seinem Status einhergehen.

    Ich verstehe, das die Kommentare und Postings entfernt wurden-schließlich leiden gerade die HFlg derzeit unter „Zukunftsangst“-und auch die Familien wissen zwar, das ihre Männer/Frauen weiterhin Soldaten bleiben (MÜSSEN!), auch wenn sie evtl. nicht mehr als LFB gebraucht werden.

    Aber sie wissen auch, das dies u.U. für jahrzehnte eine Wochenendbeziehung oder einen Umzug bedeuten kann-und den Verlust der Fliegerzulage, sowie des Gehalts der Ehefrau (im extremsten Fall).

    Von daher hat der Blog-Betreiber mein vollstes Verständnis….
    Vor allem aber auch meine vollste Unterstützung-weil er zu den wenigen gehört, die sich getraut haben, ihre Meinung auch öffentlich darzustellen.

    Und DAS ist (auch in der heutigen Zeit) leider immer noch eine Seltenheit.

    Von daher kann ich nur sagen:
    Andi-„Augen Geradeaus“-und durch!

  • Memoria   |   14. Januar 2012 - 10:37

    Und der Minister meint der Geist der Bundeswehr müsse sich ändern:
    http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article13814302/Geist-in-Bundeswehr-muss-sich-aendern.html

    Nur leider bezieht er sich darauf dass Probleme nur gemeldet und weitergeschoben würden.
    Schade, dass er immer noch nicht erkennt, dass das Kernproblem die „Null-Fehler-Mentalität“ ist. Es werden ja eben keine Probleme gemeldet, sondern alles schön geredet.

  • Koffer   |   14. Januar 2012 - 11:11

    @ Huey

    Vorweg: ich fand bisher den CH53-Blog äußerst spannend und sicherlich in keiner Weise ein Dienstvergehen darstellend!

    Aber nun zu einer Teilaussage von Ihnen:

    „Ich verstehe, das die Kommentare und Postings entfernt wurden-schließlich leiden gerade die HFlg derzeit unter “Zukunftsangst”-und auch die Familien wissen zwar, das ihre Männer/Frauen weiterhin Soldaten bleiben (MÜSSEN!), auch wenn sie evtl. nicht mehr als LFB gebraucht werden.

    Aber sie wissen auch, das dies u.U. für jahrzehnte eine Wochenendbeziehung oder einen Umzug bedeuten kann-und den Verlust der Fliegerzulage, sowie des Gehalts der Ehefrau (im extremsten Fall).“

    Entschuldigung: Aber das ist nun einmal das Los eines Soldaten. Wenn es den HFlg bisher besser ging, dass ist das gut, aber wenn es sich jetzt ändert, dann nur so wie es für alle Kameraden (und deren Familien) so ist.

    Die einzige Möglichkeit hiermit (endlich) Schluß zu machen, wären Großstandorte. Hier könnte ein Soldat 5 oder 10 Jahre oder gar 15 Jahre an einem StO bleiben und wenn er umziehen müßte, könnte die Bw entsprechende Wohnungen und Arbeitsplätze für die Familie bereitstellen.

    Aber da dies ja die Ministerpräsidenten und unsere „grandiose“ Gewerkschaft systematisch verhindern, kommen die CH53-Kameraden jetzt nur da an, wo der Rest der Streitkräfte schon immer war…

  • Schraubendrehn   |   14. Januar 2012 - 11:34

    1. Auch ich lese den CH-53 blog sehr gerne. Staatsbuerger in Uniform „as its best“. Im Dezember 2011 wurde eine Infoserie ueber Personal, Ausbildung und Logistik der CH veroeffentlicht. Die Anzahl der Crews, die Herleitung der erforderlichen Flugstunden und Gedaanken zur Flugstundenerbringung wurden dargelegt. Insofern kein Geheimnisverrat, aber schon diskutabel. Die Pflicht zur Verschwiegenheit gemaess Soldatengesetz ist natuerlich auslegbar.
    2. Im Sinne von Schleppi hat der Dienstgeber in der Tat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Gerade beim Faehigkeitstransfer wurden, soweit ich das als Lw Soldat erkennen kann, neben dem Schwiegen aus Berlin und Bonn im Detail bis zum 26.10.11 Maulkoerbe im Heer erteilt. Wie in der Lw wurde gefordert, die Menschen mitzunehmen. Nur dumm, wenn der Fahrplan im Kuechenkabinett verbleibt, oder scheinbar wie am 26.10. vom Himmel faellt. Die Verkuendung hat, by the way, auch in der Lw fuer manches Fragezeichen gesorgt. Fehlen dann Begruendungen, ist aber auch die Fuehrung vor Ort gefordert, mitzumachen. Man bleibt sonst am Abholpunkt stehen. Das ist m.E. in Rheine und Diepholz passiert. Im Ergebnis hat der Dienstgeber in der Inneren Kommunikation versagt. Vor allem ausserhalb der Verbaende, aber auch in diesen selbst nach den Entscheidungen, dort m.E. von Fuersorge und Sorge um den Einsatz geleitet.
    3. Inhaltlich wird die Sache brisant, wenn es darum geht, wie die Flugstunden von Systemen im Einsatz bei StO-Wechseln zu erzeugen sind. Hier gibt es Loesungen, die auch ohne Perpetuieren der bisherigen StO auskommen. Der Wechsel auf GA bietet „windows of opportunity“, dann muss man aber Vertraege mit der Industrie aendern, Konzepte aendern und groesser denken, wie z.B. auch die Schullandschaft einbeziehen. Weitere Details sind wohl zu speziell fuer Augengeradeaus. Der CH53blog ist oder war an dieser Stelle jedenfalls recht konservativ im Sinne von bewahrend fuer die bisherigen StO und Konzepte, das kann der hohen Fuehrung nicht gefallen haben.
    4. Dass die Nerven in der politischen Fuehrung offen liegen, zeigt auch, dass weiterhin hohe Generale und Sts die Hubschrauberstandorte besuchen. Hier bin ich wieder bei Ziffer 2. Einmal verlorenes Vertrauen ist spaeter kaum zurueckzugewinnen.
    5. Man hat schlicht die Komplexitaet des Hubi-Transfers unterschaetzt. NH90 in ISAF in 2013 scheitert m.E. auch daran, dass man die Pferde genau zum Beginn des Einsatzes wechseln will, Chapeau.
    6. Schliesslich Voltaire: „Ich teile zwar nicht deine Meinung, wuerde aber dafuer sterben, dass Du sie vertreten darfst (oder so)“. DEU geht nicht an ein paar Blogs zugrunde. Gefaehrlicher fuer die freiheitliche Demokratie sind eher enge Auslegungen der Meinungs- und Informationsfreiheit oder einsame Entscheidungen. Letztere sind uebrigens auch fuer den Haeuptling unklug. Wer nach vorne reiten will, darf die Indianer nicht weiterhin im Camp sitzenlassen. Die Kehrseite des Dichthaltens bis zum 26.10. holt gerade die Fuehrung ein.

  • T.S.   |   14. Januar 2012 - 12:11

    Halb-OT: Ein Artikel der NZZ über Probleme der Schweizer Luftwaffe beim Betrieb ihrer Fliegerhorste, insbesondere Schnittstellenprobleme zwischen Geschwader, „Logistikbasis der Armee“ (zentraler Logistikeinrichtung, wäre hier vielleicht Teil der SKB) und Immobilienverwaltung. Siehe: http://tinyurl.com/85m8odk

    Das interessante: der Bericht des Inspektorats des Verteidigungsministeriums ist (mit Schwärzungen an ein paar Stellen) auch online, siehe: http://tinyurl.com/7senw2q

    Auch ein Weg, mit Kompetenzverteilungs-/Verwaltungsproblemen im militärischen Bereich umzugehen, vielleicht in der Kommunikation eine Alternative zum Zurückhalten oder nur gezielten „leaken“ von solchen Berichten.

  • Schraubendrehn   |   14. Januar 2012 - 12:11

    1. Auch ich lese den CH-53 blog sehr gerne. Staatsbuerger in Uniform „as its best“. Im Dezember 2011 wurde eine Infoserie ueber Personal, Ausbildung und Logistik der CH veroeffentlicht. Die Anzahl der Crews, die Herleitung der erforderlichen Flugstunden und Gedanken zur Flugstundenerbringung wurden dargelegt. Insofern kein Geheimnisverrat, aber schon diskutabel. Die Pflicht zur Verschwiegenheit gemaess Soldatengesetz ist natuerlich auslegbar.
    2. Im Sinne von Schleppi hat der Dienstgeber in der Tat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Gerade beim Faehigkeitstransfer wurden, soweit ich das als Lw Soldat erkennen kann, neben dem Schwiegen aus Berlin und Bonn im Detail bis zum 26.10.11 Maulkoerbe im Heer erteilt. Wie in der Lw wurde gefordert, die Menschen mitzunehmen. Nur dumm, wenn der Fahrplan im Kuechenkabinett verbleibt, oder scheinbar wie am 26.10. vom Himmel faellt. Die Verkuendung hat, by the way, auch in der Lw fuer manches Fragezeichen gesorgt. Fehlen dann Begruendungen, ist aber auch die Fuehrung vor Ort gefordert, mitzumachen. Man bleibt sonst am Abholpunkt stehen. Das ist m.E. in Rheine und Diepholz passiert. Im Ergebnis hat der Dienstgeber in der Inneren Kommunikation versagt. Vor allem ausserhalb der Verbaende, aber auch in diesen selbst nach den Entscheidungen, dort m.E. von Fuersorge und Sorge um den Einsatz geleitet.
    3. Inhaltlich wird die Sache brisant, wenn es darum geht, wie die Flugstunden von Systemen im Einsatz bei StO-Wechseln zu erzeugen sind. Hier gibt es Loesungen, die auch ohne Perpetuieren der bisherigen StO auskommen. Der Wechsel auf GA bietet „windows of opportunity“, dann muss man aber Vertraege mit der Industrie aendern, Konzepte aendern und groesser denken, wie z.B. auch die Schullandschaft einbeziehen. Weitere Details sind wohl zu speziell fuer Augengeradeaus. Der CH53blog ist oder war an dieser Stelle jedenfalls recht konservativ im Sinne von bewahrend fuer die bisherigen StO und Konzepte, das kann der hohen Fuehrung nicht gefallen haben.
    4. Dass die Nerven in der politischen Fuehrung offen liegen, zeigt auch, dass weiterhin hohe Generale und Sts die Hubschrauberstandorte besuchen. Hier bin ich wieder bei Ziffer 2. Einmal verlorenes Vertrauen ist spaeter kaum zurueckzugewinnen.
    5. Man hat schlicht die Komplexitaet des Hubi-Transfers unterschaetzt. NH90 in ISAF in 2013 scheitert m.E. auch daran, dass man die Pferde genau zum Beginn des Einsatzes wechseln will, Chapeau.
    6. Schliesslich Voltaire: „Ich teile zwar nicht deine Meinung, wuerde aber dafuer sterben, dass Du sie vertreten darfst (oder so)“. DEU geht nicht an ein paar Blogs zugrunde. Gefaehrlicher fuer die freiheitliche Demokratie sind eher enge Auslegungen der Meinungs- und Informationsfreiheit oder einsame Entscheidungen. Letztere sind uebrigens auch fuer den Haeuptling unklug. Wer nach vorne reiten will, darf die Indianer nicht weiterhin im Camp sitzenlassen. Die Kehrseite des Dichthaltens bis zum 26.10. holt gerade die Fuehrung ein.

    [Aus Versehen doppelt gepostet? T.W.]

  • Insider   |   14. Januar 2012 - 12:49

    @Memoria
    Unser Minister merkt gerade das sich der Geist ändert. Denn die Soldaten sind es endgültig leid alles im Sinne des treuen Dienens zu schlucken. Leider hatte er sich das wohl anders vorgestellt.
    Wenn man aufmerksam die Foren im Intranet der Bw oder auch Berichte in der Bundeswehrverbandszeitung liest, dann müssten sich unserer Führung die Haare aufstellen.

    Und wenn ich dann in dem Welt Artikel noch lese, das wir weniger Häuptlinge und mehr Indianer bekommen sollen, frage ich mich warum der StO Bonn nach der Reform mehr Stellen hat wie vorher und warum z.B. in den neu geplanten Stäben eines LogBtl in der SKB nun 11 Oberstleutnante !!! sitzen sollen ?

    Der Weg in die Öffentlichkeit ist da für viele ein neues Mittel, um die Mängel, die intern gerne weggebügelt werden auch der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

  • Memoria   |   14. Januar 2012 - 13:01

    @Insider:
    „in den neu geplanten Stäben eines LogBtl in der SKB nun 11 Oberstleutnante !!! sitzen sollen“

    Das ist BITTE nicht wahr – 11 A14er bzw. A15er (mind. der Kdr) in einem Btl-Stab? Ich hoffe für uns alle, dass Sie damit nicht recht behalten.

  • T.Wiegold   |   14. Januar 2012 - 13:11

    Immerhin, gut zu sehen: Der CH-53-Blog ist grundsätzlich weiter online.

    http://ch53blog.blogspot.com/2012/01/zwei-erfolgsmeldungen.html

  • Insider   |   14. Januar 2012 - 13:16

    Diese Information stammt aus dem IntranetBw Forum „Neugestaltung der Bw“. Von diesen elf Stellen sollen drei Stellen v-gestellt sein aber auch acht aktive sind mindestens fünf zuviel. (Nichts gegen Oberstleutnante persönlich!)
    Ich denke das ist dem Problem geschuldet, einfach nicht genügend Personal in bestimmten Dienstgraden aus der aktuellen in die zukünftige Struktur umzuplanen.
    Und bei dem grandiosen Entwurf des Reformbegleitgesetzes wird in vielen Altersgruppen auch keine Bereitschaft vorhanden sein, die Bw vorzeitig zu verlassen

  • JCR   |   14. Januar 2012 - 13:39

    Hinsichtlich des Grundausbildungs-Blogs kann ich nur sagen, daß die Fähigkeit der Bundeswehr zu Realsatire mich jedesmal erneut erstaunt.

  • chickenhawk   |   14. Januar 2012 - 13:53

    Das mit den 11 Oberstleutnanten in einem Bataillonsstab ist doch wohl offenkundig ein Missverständnis, oder?

    Welchen Dienstgrad hätte denn da der Bataillonskommandeur Generalfeldmarschall?

  • Insider   |   14. Januar 2012 - 15:01

    Ich befürchte nicht. Der Autor des Beitrages konnte dazu auch die zugeordneten Planstellen nennen. Ob es dann wirklich so kommt steht auf einem anderen Blatt aber zumindest scheint es entsprechende Überlegungen zu geben.

  • Sascha Stoltenow   |   14. Januar 2012 - 17:55

    Wie naiv muss man sein, wenn man glaubt, dass etwas, wenn es nicht im Internet steht, auch aus den Köpfen der Menschen verschwindet?

  • Internetter   |   16. Januar 2012 - 12:36

    Was ist eigentlich so schwierig und verwerfenswert daran, in dienstlichen Angelegenheiten Stillschweigen zu bewahren? Oder die Diskussion zumindest in den dienstlich bereitgestellten Foren zu führen (die es ja schließlich gibt, auch wenn sie manche nicht kennen)? Was interessiert es das WWW, wie sich eine Mission Qualification zusammensetzt? Steht über allen Dokumenten in diesen Angelegenheiten nicht VS-NfD?
    Aus einigen Kommentaren lese ich deutlich, dass die Damen und Herren keine Ahnung haben. Weder von den aktuellen Vorgängen, noch von den Prozessen, die „hinter den Kulissen“ stattfinden. Wie sollten sie denn auch? Müssen sie aber auch nicht. Es macht sich breit, alles im Internet veröffentlichen zu müssen, vor allem, wenn es gegen die Führung geht. Empörung geht auch ohne Sachkenntnis ganz vortrefflich.
    Die von Herrn B. gemachten Aussagen mögen richtig sein – mindestens aus seiner Sicht. Aber sie gehören nicht ins Internet, sondern in die interne Diskussion. Und sage mir niemand, die Vorgesetzten hörten nicht zu. Die hier zur Schau gestellte Empörung kann ich nicht nachvollziehen.
    Ich bezweifle auch, dass die allgemeine Kenntnis von militärischem Detailwissen (s.o.) dem Anliegen der aufzulösenden Verbände dienlich ist. Über allgemeine Diskussionspunkte lässt sich auch öffentlich trefflich streiten. Ich denke aber, dass es hierum nicht ging, als Bw-interne Kritik aufkeimte.
    Wie auch immer – dies ist mein erster Kommentar, den ich in meinem Leben poste und es wird auch mein letzter sein. Ich gebe mich zum Abschuss durch die empörten Wahrheitssucher frei.

  • BQ   |   17. Januar 2012 - 22:08

    @interneter
    Das Stillschweigen ist in vielen dienstlichen Angelegenheiten geboten. Damit stimme ich mit Ihnen überein. Allerdings haben wir aus meiner Sicht in der Bundeswehr eine adequate Einstufung unserer Geschäftsgänge verlernt. Aber dies ist ein Nebenthema.
    Im Gegensatz zu einer normalen Firma ist bei der Bundeswehr der „Aufsichtsrat“ die Gesellschaft. Die absolutistische Auslegung ihrer dargelegten Sichtweise führt nach Abschaffung der Wehrpflicht letztlich zu einem Staat im Staate.
    Wenn sie Ihrem Nachbarn auf Nachfrage nicht mehr erzählen können, was Sie im Dienst machen, dann koppeln wir uns von der Gesellschaft ab.
    Nicht falsch verstehen: Geheimes darf geheim, vertrauliches darf vertraulich bleiben. Einblicke in unseren Arbeitsalltag, unserer Probleme und unserer Herausforderungen bringen uns in die Mitte der Gesellschaft.
    Gleichzeitig reichen die dienstlichen Kommunikationsmöglichkeiten leider nicht. Wir Heeresflieger haben zu jedem Zeitpunkt eine Anzahl vom Kameraden im Auslandseinsatz. Um diese in unser Regiments-/Staffelleben zu integrieren, sie teilhaben zu lassen, mußten wir Kommunikationsformen finden, die überall belastbar sind. Dienstlich hängen wir da sehr zurück, deshalb müssen wir auf neue Kommunikationsformen zurückgreifen.