Und weiter kein Glück mit den Korvetten (mit Update)

Die Deutsche Marine ist schon gestraft mit ihren Korvetten: Bei diesem neuen Kriegsschiff-Typ der Bundeswehr scheint so alles schief zu gehen, was schief gehen kann. Nach den heftigen Problemen mit dem Getriebe – bei allen fünf Booten – und anderen Kleinigkeiten gibt es nun den – vorerst? – letzten großen Knall: Beim Eindocken in der P+S-Werft in Wolgast vergangene Woche knallte die Braunschweig, das Typschiff der Klasse, auf den Boden eines Transportwagens – eine der so genannten Pallungen hatte nachgegeben.

Das Ausmaß des Schadens ist noch völlig offen. Nach einem Bericht der Kieler Nachrichten wurde der Kiel der Braunschweig um bis zu 20 Zentimeter eingedrückt – jetzt soll der ganze Rumpf neu vermessen, der Antriebsstrang untersucht werden.

Der Unfall ist für die Marine nicht nur deshalb bitter, weil sich damit die Pannenserie bei den Korvetten fortsetzt. Die Braunschweig sollte demnächst in das Basic Operational Sea Training (BOST) vor der britischen Küste gehen und damit ihre Einsatz-Zertifizierung erhalten – um so bald wie möglich in den Einsatz gehen zu können. So entfällt das Boot erst einmal für die weitere Planung.

(Über den Vorfall hatte gestern als erste – und wenn ich das richtig sehe: bislang einzige – Zeitung die Kieler Nachrichten berichtet; leider stellen die ihre aktuellen Meldungen nicht online, so dass das auch mir ohne einen aufmerksamen Leser nicht aufgefallen wäre… )

Hier fuhren noch zwei Korvetten: Die Braunschweig und die Oldenburg im September 2011 beim Manöver Northern Coasts (Foto: Bundeswehr/Björn Wilke via flickr unter CC-Lizenz)

Update: Aus Marinekreisen höre ich jetzt , dass nach der bisherigen Untersuchung der Unfall keine Auswirkung auf die Struktur des Rumpfes hatte. Die Werftliegezeit müsse deshalb nicht verlängert werden – so dass die Braunschweig voraussichtlich wie geplant vor Weihnachten wieder aus dem Dock kommen soll.

Erneute Auseinandersetzungen im Kosovo (Update: 21 verletzte KFOR-Soldaten)

Im Norden des Kosovo ist es in der vergangenen Nacht erneut zu Auseinandersetzungen gekommen. Nach Berichten der Nachrichtenagenturen Austria Presse Agentur (APA) und Associated Press (AP) versuchten KFOR-Soldaten, eine Straßensperre nahe der Ortschaft Rudare auf dem Weg zum umstrittenen – und blockierten – Grenzübergang Jarinje unter ihre Kontrolle zu bekommen. Dabei habe es heftige Krawalle mit Serben aus dem Nordkosovo gegeben.

KFOR setzte bei diesen Auseinandersetzungen auch Tränengas ein. Nach den Berichten sollen auch Schüsse gefallen sein; dafür gibt es bislang allerdings keine Bestätigung. Auf seiten der internationalen Truppe hat es wohl auch einige leicht verletzte Soldaten gegeben; noch ist nicht klar, ob auch Deutsche darunter sind (obwohl ich höre, dass vermutlich nicht.)

Ich bemühe mich um eine Stellungnahme von KFOR, weiteres nach Entwicklung.

Nachtrag: der Bericht serbischer Medien bei B92.

Update: Die serbische Agentur Beta berichtet unter Berufung auf den KFOR-Sprecher (und deutschen Oberstleutnant) Uwe Nowitzki, bei den Auseinandersetzungen seien 21 KFOR-Soldaten verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Zur Nationalität gibt es keine Angaben.

Nachtrag mit Verspätung (weil unterwegs gewesen): Auf meine Anfrage kam heute Nachmittag folgende Stellungnahme von KFOR: weiterlesen