Kosovo: Kein Ende der Spannung in Sicht

Vorsichtshalber behalten wir mal die Lage im Kosovo weiter im Blick…

Haben nun die Kosovo-Serben die Machtprobe mit KFOR gewonnen, wie dpa heute meldet? Oder hat der (deutsche) KFOR-Kommandeur Generalmajor Erhard Bühler nur vorübergehend darauf verzichtet, die Blockaden zu räumen, wie die serbische Nachrichtenagentur Tanjug unter Berufung auf Bühlers Interview mit dem kosovarischen Fernsehen meldet?

(Falls einer meiner Leser Zugang zu dem Wortlaut des Bühler-Interviews in einer deutschen oder englischen Fassung hat, wäre das sehr hilfreich.)

Ein zweites Mal darf das nicht vorkommen. Beim nächsten Mal müssen wir Gewalt einsetzen, und jedermann sollte das wissen, sagt Bühler hier:

(Hätte jetzt gern hier die letzte Sachdarstellung von bundeswehr.de verlinkt, wo es unter anderem heisst, dass die Entsendung des ORF-Bataillons in den Kosovo noch nicht endgültig abgesagt ist… Leider ist die Seite derzeit down.)

Nachtrag: Interessanter Bericht der Schweizer Depeschen-Agentur (sda) über den Einsatz der Schweizer Soldaten (Swisscoy). Das Verblüffendste daran: im ganzen 6.000-Mann-NATO-Kosovo-Einsatz haben die Schweizer die beiden einzigen nachtflugfähigen Hubschrauber?!

57 Kommentare zu „Kosovo: Kein Ende der Spannung in Sicht“

  • Memoria   |   30. Juli 2011 - 13:14

    März 2004 reloaded… „Ein zweites Mal darf das nicht passieren“.
    Erinnert irgendwie an einen überforderte Grundschullehrerin.

    Aber die Entsendung der ORF in VerfR im Kosovo war vor 3 Tagen wirklich das falsche Zeichen. Immer diese Eskalation…

    Für mich zudem ein sehr schönes Beispiel für den Wandel der Grundeinstellung der deutschen Generalität und Sicherheitspolitik.
    1999: BrigGen Harff: „Jetzt haben sie noch 28 Minuten…“
    2011: GenMaj Bühler: „Also ein zweites Mal darf das nicht passieren“

    Auch die fliehenden Fahrzeuge von EULEX sind ein schönes Besipiel für die GSVP.
    Die Eierlosigkeit unserer Sicherheitspolitik läßt mich einmal mehr fragen, warum ich dafür 30 Mrd. pro Jahr ausgeben soll.

  • Memoria   |   30. Juli 2011 - 13:35

    Und noch etwas zur wahrscheinlichen Motivationslage im Hintergrund:

    „Bekannt ist, dass die serbischen Geheimdienste im Norden Kosovos ihren einträglichen Schmuggelgeschäften nachgehen. Sie nutzen dort den praktisch gesetzlosen Raum ohne Gerichte und Polizei. Die dauerhafte Übernahme der beiden bisher serbisch beherrschten Grenzübergänge Jarinje und Brnjak durch die Kosovo-Regierung bedeuteten für diese kriminellen Geschäfte das Aus. Daran können die bisherigen Profiteure kein Interesse besitzen.“
    http://www.nordbayern.de/nuernberger-nachrichten/politik/kosovo-geheimdienste-als-unruhestifter-1.1393843

  • Niklas   |   30. Juli 2011 - 15:17

    Er muss zusehen, dass er angemessen reagiert, wenn auf seine Männer geschossen wird und zwar unverzüglich und konsequent.
    Eine solche Sitzblockade ist natürlich geschickt von den Serben… Da kann er nicht einfach durchpreschen. Auch eine Taktik: Immer mucken, wenn der Starke grade nicht guckt und dann ganz ganz friedlich sein, damit er nicht zuschlagen kann.

    Hier muss eventuell eher die kosovarische Polizei hinmachen. Falls Bühler das selber machen möchte, sollte er nicht auf ein zweites Mal verweisen, sondern seinen Willen durchsetzen. Das haben Generäle doch sonst so an sich, bei allem Respekt.

  • b   |   30. Juli 2011 - 15:50

    @Memoria – der Nürnberger/DPA Artikel ist ja feinste Verschwörungstheorie ohne jede Berücksichtigung der aktuellen Fakten.

    Tatsächlich geht es um Hoheitsabzeichen auf Zollstempeln und eine Übernahme der Grenzposten von KFOR/EU die die Kosovaren am20ten ohne jede Absprache durchgeführt haben. Die haben dann die Grenze effektiv für den Warenverkehr gesprerrt. Das die Serben im Kosovo das nicht gut finden da sie von diesen Waren abhängig sind war klar. Da kann man sogar Verständnis für haben wenn die dann randalieren. Das wird der KFOR Kommandeur hier auch berücksichtigt haben.

    Reuters: UPDATE 2-Kosovo bans Serbian imports, taxes Bosnian goods

  • Sun Tzu   |   30. Juli 2011 - 16:53

    Wenn die mediale Darstellung stimmt, hat der Befehlshaber versagt.

    Man darf sich nicht so an der Nase herumführen lassen. Und vor allem darf man nicht dem Mob das Gesetz des Handelns überlassen.

    Haben unsere Kommandeure denn überhaupt keinen Arsch mehr in der Hose? Die Entmannung der Bundeswehrführung scheint weiter fortgeschritten zu sein, als gedacht.

  • Stefan   |   30. Juli 2011 - 17:00

    @Niklas | 30. Juli 2011 – 15:17

    Zitat: „Er muss zusehen, dass er angemessen reagiert, wenn auf seine Männer geschossen wird und zwar unverzüglich und konsequent.“

    Etwa so, wie der libysche und der syrische Machthaber auf die Schüsse ihrer Bevölkerungen reagieren???

    Was wäre hier angemessen?

    Ich glaube, dass der KFOR Kommandeur hier angemessen reagiert hat. Gewaltanwendung gegen das Volk ist nach unseren Werten keine Lösung, darum verurteilen wir diese ja auch weltweit, bemühen den UN-Sicherheitsrat und führen selbst Kriege für unsere Werte. Wir können also nicht gegen die eigenen Werte verstoßen und genau dies tun, was wir den Machthabern anderer Staaten vorwerfen. Das ist das serbische Volk, welches sein Recht auf Selbstbestimmung einfordert, so wie zuvor die Albaner, nur nicht ganz so gewaltsam.

  • Memoria   |   30. Juli 2011 - 17:15

    @Stefan:
    Auf die Reaktion konnte man ja schon warten.
    Die Auflösung einer Straßenblockade ist nicht mit der Lage in Syrien oder Libyen zu vergleichen. Es reicht ein Vergleich mit Gorleben. Oder ist das für Sie auch Gewaltanwendung gegen das Volk, die unseren Werten wiederspricht?
    Angemessen wäre also eine Räumung der Straßenblockade wie sie u.a. für Bereitschaftpolizeien üblich ist. Eine – wenn auch sehr große – Straßenblockade sollte KFOR nicht überraschen: seit 2004 hatte man – eigentlich – genug Zeit zu lernen.

    @b:
    Organisierte Kriminaliät und Nachrichtendienste haben ja auf dem gesamten Balkan Verbindungen, somit ist derlei nicht reine Verschwörungstheorie. Der Streit um Zollstempel ist Vorwand oder Auslöser, aber nicht der Grund für die Konflikte.

    @Sun Tsu:
    Die Bundeswehrführung entmannt sich in erheblichem Umfang selbst.
    Gerade GenMaj Bühler ist hier ein Protagonist. Als StAL Fü S V bzw. Ltr EinsFüSt hatte er seine Fahne immer im Wind. Opportunismus, statt militärfachlichem Ratschlag.

  • b   |   30. Juli 2011 - 17:57

    Organisierte Kriminaliät und Nachrichtendienste haben ja auf dem gesamten Balkan Verbindungen, somit ist derlei nicht reine Verschwörungstheorie. Der Streit um Zollstempel ist Vorwand oder Auslöser, aber nicht der Grund für die Konflikte.

    Wenn man das nicht belegen kann dann ist das Verschwörungstheorie. Die kann dann zutreffen oder nicht.

    Die Fakten sehen in diesem Fall etwas anders aus:
    Economist: New trouble in Kosovo
    Time: New Violence in Kosovo Could Pose a Quandary for an Overstretched NATO

    Das ist ein kleiner Handelskroeg der da ausgelöst wurde und den muss und wird man politisch lösen. Wenn dabei mal eine Strasse blockiert wird dann kann das nur helfen schneller zu einer politischen Lösung zu kommen.

  • Memoria   |   30. Juli 2011 - 18:25

    @b:
    Noch bischen Futter zur Verschwörungstheorie: http://tinyurl.com/3ckeqqx

    „Wenn dabei mal eine Strasse blockiert wird dann kann das nur helfen schneller zu einer politischen Lösung zu kommen.“

    Das würde auch in unserem Land ganz neue politische Lösungen ermöglichen.
    Wer am meisten gewaltbereite Demonstranten auf die Straße bringt, der bekommt Recht.

  • Sun Tzu   |   30. Juli 2011 - 18:32

    @ Memoria | 30. Juli 2011 – 18:25

    Zitat: „Das würde auch in unserem Land ganz neue politische Lösungen ermöglichen.
    Wer am meisten gewaltbereite Demonstranten auf die Straße bringt, der bekommt Recht.“

    Wie? Ist das bei uns nicht so? Man wird doch sogar als gemeinnützig anerkannt, wenn man regelmäßig mit Gewalt und Hausfriedensbruch vorgeht, siehe Greenpeace.

  • UP   |   30. Juli 2011 - 18:34

    @b: „Die haben dann die Grenze effektiv für den Warenverkehr gesprerrt. Das die Serben im Kosovo das nicht gut finden da sie von diesen Waren abhängig sind war klar. Da kann man sogar Verständnis für haben wenn die dann randalieren.“

    a) Inwiefern sind die Kosovo-Serben von Importen aus Serbien abhaengig? Haben Sie Belege fuer diese Annahme? Inwiefern waeren Versorgung/ Wohlstand der Kosovoserben negativ durch ein Wachstum des Kosovarisch-Mazedonischen Handels als Substitut betroffen?
    b) Wieso erwaehnen sie nicht, dass Serbien auf Grund der Zollfrage saemtliche Exporte aus dem Kosovo seit dessen Unabhaengigkeit blockiert?

  • b   |   30. Juli 2011 - 19:43

    @Memoria – Das würde auch in unserem Land ganz neue politische Lösungen ermöglichen. Wer am meisten gewaltbereite Demonstranten auf die Straße bringt, der bekommt Recht.

    nein, Recht bekommt der nicht. Aber er übt sein demokratisches Grundrecht aus und das sollte man respektieren.

    Das von ihnen verlikte PDF sagt nichts über die aktuelle Situation aus.

    @UP – a) Inwiefern sind die Kosovo-Serben von Importen aus Serbien abhaengig?

    Sie sind von der ökonomischen Verbindung mit Serbien abhängig. Serbien erkennt sie weiterhin als Staatsbürger an und versorgt sie entsprechend. Von den Kosovoalbanern werden sie dagegen geschnitten.

    Wieso erwaehnen sie nicht, dass Serbien auf Grund der Zollfrage saemtliche Exporte aus dem Kosovo seit dessen Unabhaengigkeit blockiert?

    Wieso habe ich zwei Artikel verlinkt in denen das jeweils ausdrücklich steht? Solle die jetzt komplett hier rein kopieren? Das würde Herr Wiegold wohl nicht mögen.

  • Memoria   |   30. Juli 2011 - 20:03

    @b:
    Nun ist aber die gegen Veranlassung fortgesetzte Blockade einer Straße auch in Deutschland nicht mit der Ausübung von Grundrechten gedeckt (Schranken-Schranken-Bereich der Grundrechte) – insbesondere dann nicht, wenn Sicherheitsbehörden damit an der Ausübung ihrer Bewegungsfreiheit gehindert werden. Auch das Demonstrationsrecht hat seine Grenzen.
    Dies hat also nichts mit mangelndem Respekt vor der Ausübung von Grundrechten zu tun, sondern mit rechtsstaatlichen Grundregeln, die auch in Deutschland gelten (sollten).
    Aber dieses Grundverständnis ist ja auch in Deutschland nicht immer präsent (siehe Stuttgart 21)

    Man kann natürlich auch sagen wir überlassen das Ganze dem freien Spiel der Kräfte, und befördern damit den politischen Prozess.
    Auch gut, dann kann man KFOR und EUEX direkt nach Hause schicken. Macht ja eh keinen Unterschied mehr.

  • Stefan   |   30. Juli 2011 - 21:25

    Der wahre Hintergrund dieses Widerstandes ist doch, dass die Serben im Kosovo nicht unter der Herrschaft der Albaner und getrennt von ihren Landsleuten, Verwandten und Freunden in ihrem Mutterland leben wollen. Ähnlich erging es den Menschen in der DDR unter der Herrschaft der Sowjetunion. Und wie dies endete ist uns ja hinreichend bekannt. Ein Staat von Gnaden ausländischer Mächte hatte noch nie auf Dauer Bestand. Früher oder später kommt zusammen, was historisch zusammen gehört.

  • Nico   |   31. Juli 2011 - 0:07

    @Stefan | 30. Juli 2011 – 21:25:
    Jetzt ersetzen Sie in Ihrem Beitrag mal Serben mit Kosovo-Albanern … merken Sie was?

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 1:35

    @Nico | 31. Juli 2011 – 0:07
    Die integrationsunwilligen albanischen Einwanderer und deren Nachkommen im historisch ehemals serbischen Kosovo lebten nicht getrennt voneinander, lediglich freiwillig getrennt von ihren Verwandten im Herkunftsland, welches sie ja ohne Zutun der Serben verlassen haben. Die offensichtlich recht großzügige Einwanderungspolitik der Serben hat sich für diese als falsch erwiesen und zum Verlust eines großen Teils ihres Staatsgebietes geführt. Die Serben im Kosovo wurden hingegen unfreiwillig von ihren Landsleuten im verbliebenen Restserbien getrennt. Darin liegt der Hund begraben.

  • T.Wiegold   |   31. Juli 2011 - 10:45

    @Stefan & all

    Warnschuss. Wenn jetzt hier die Debatte über Serben und Kosovaren in der Geschichte, die Schlacht vom Amselfeld und ähnliches losbricht, verweise ich sehr schnell auf andere Seiten.

  • UP   |   31. Juli 2011 - 11:02

    @Stefan:

    Das erscheint mir relativ unsinnig, den Kosovo als historisch „serbisch“, „albanisch“ oder was auch immer zu deklarieren, oder davon auszugehen, die Einwanderung sei historisch durch Menschen erfolgt, die sich vor allem als albanisch/ serbisch verstanden. Erstens fuehrten erst die Balkankriege Anfang des 20. Jh. dazu, dass sich viele Menschen in der Region ethnisch definierten, wobei die Entscheidungen ob man jetzt Bulgare, Grieche, Albanier oder was auch immer war, v.a. durch finanzielle Erwaegungen, lokale Politik, persoenliche Animositateten und weit weniger durch nationale Orientierungen bestimmt wurden. Dieser Prozess wird z.B. in Stathis Kalyvas‘ Buch (2006: 44/ 45) schoen am Beispiel Mazedoniens beschrieben. Zweitens sollte man nicht vergessen, dass seit Ende der 1920er Jahre massiv versucht wurde, den Kosovo durch Serbische Einwanderung demographisch zu veraendern (http://en.wikipedia.org/wiki/Colonisation_of_Kosovo). Zusammenfassend ist es also ziemlicher Unsinn zwischen „eingewanderten“ Albanern und „ansaessigen“ Serben (oder auch umgekehrt) unterscheiden zu wollen.

    @b: Sie sind von der ökonomischen Verbindung mit Serbien abhängig. Serbien erkennt sie weiterhin als Staatsbürger an und versorgt sie entsprechend. Von den Kosovoalbanern werden sie dagegen geschnitten.

    Politics aside, ist Serbien die zweitwichtigeste Quelle von Importen (insb. Lebensmittel und Baumaterialien) fuer den Kosovo, und es erscheint mir relativ unplausibel, dass diese Importe einzig und allein von der Serbischen Minderheit im Norden konsumiert werden. Das wiederum heisst dass der Handel innerhalb des Kosovo bei weitem nicht nur entlang ethnischer Linien erfolgt.

  • Sascha Stoltenow   |   31. Juli 2011 - 11:09

    Fragt sich nur, warum albanisch-stämmige Menschen im Süden Serbiens mehr oder minder friedlich leben? Wie dem auch sei – innereuropäische Zollgrenzen, wie sie Thaci durchsetzen will, sind lächerlich. Um staatliche Souveränität zu beweisen sollte er besser effektiv gegen Drogen- und Menschenhandel vorgehen.

  • Memoria   |   31. Juli 2011 - 11:27

    Vielleicht nochmal zurück zum konkreten Thema:
    KFOR stellt ein Ultimatum und läßt es verstreichen. Droht aber mit Gewaltanwendung beim „zweiten Mal“. Und nun?
    Nachdem man durch diese inkonsequente Haltung die eigene Verhandlungsposition erheblich geschwcht hat, versucht man nun wohl hinter den Kulissen eine gesichtswahrende Lösung zu finden.
    Die Botschaft an die serbische und albanische Bevölkerung als Zielgruppe ist aber bereits jetzt: KFOR und EULEX sind keine starken Spieler – wir geben den Takt vor.

    KFOR scheint mir auch mehr als 7 Jahre nach den März-Unruhen 2004 überrascht und überfordert zu sein. Das ist ganz mit Blick auf die allgemeine Lernfähigkeit westlicher Sicherheitskräfte sehr bedenklich.

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 12:10

    @Memoria | 31. Juli 2011 – 11:27
    Das Thema lautet: „Kosovo: Kein Ende der Spannung in Sicht“ und nicht „Die Handlungen von KFOR & Co.“. Also die Ursachen und Wirkungen dieser Spannungen. Wer sonst, wenn nicht die Bevölkerung, sollte in einer Demokratie den Takt vorgeben? Jede Lösung die nicht von der Bevölkerung mehrheitlich getragen wird, ist keine Lösung, und zum Scheitern verurteilt. Mit Gewalt ist dort keine Lösung zu erzielen.

  • Voodoo   |   31. Juli 2011 - 12:26

    Es ist aber auch keine Lösung dadurch zu erzielen, dass jede Volksgruppe machen kann, was sie will und gerade denkt. Und das machen de facto die serbischen Minderheiten im Norden des Kosovo. Dadurch das KFOR (mal wieder) unschlüssig und im schlimmsten Falle feige reagiert hat, wurde doch ein Freifahrtschein für weitere Aktionen ausgestellt.

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 13:07

    @Voodoo | 31. Juli 2011 – 12:26
    Was die serbische Minderheit im Kosovo heute tut, dass hat vor einigen Jahren die albanische Minderheit in Serbien (als das Kosovo noch zu Serbien gehörte) getan. Damals haben wir dies, nach anfänglicher Verurteilung als UCK-Terrorismus, voll unterstützt, einen Krieg gegen Serbien geführt und nicht nur einen „Freifahrtschein für weitere Aktionen“ ausgestellt. Haben die Serben heute weniger Rechte als die Albaner vor Jahren? Ich glaube hier holt uns die Geschichte ein. Wir sollten nicht gegen die Serben mit Gewalt vorgehen, wie dies die jugoslawische Sicherheitskräfte damals gegen die Albaner getan haben. Ich halte die Reaktion der KFOR für angemessen und richtig. Fingerspitzengefühl und Neutralität ist hier nötig.

  • Niklas   |   31. Juli 2011 - 13:28

    @ Stefan

    Das mit dem Zurückschießen. Ich habe nicht gemeint, dass der Kommandeur auf die Straßensperre schießen lässt oder ähnliches. Das müssen Sie schon auseinander halten wollen. In dem Moment, in dem auf Kfor geschossen wurde, hätte die entsprechende Antwort folgen müssen. Das wäre an sich auch kein Problem gewesen, mit dem Unterschied, dass diejenigen, die da offenbar bereit sind wegen dieser Sache tödliche Gewalt anzuwenden, sofort entschieden zurückgewiesen worden wären.

    Letztenendes bin ich auch der Meinung, dass man nicht immer zu harten Mitteln greifen muss. Nur sollten Sie auch nicht eine Aussage von mir aufgreifen und umkrempeln um sie dann als Aufhänger zu nutzen ^^

  • Prediger   |   31. Juli 2011 - 14:25

    Entgegen anderslautender Aussagen ist das ursprüngliche Thema die Frage, ob KFOR gekniffen hat oder nicht (auch wenn wie üblich bei diesem Thema „interessierte Parteien“ die Diskussion in andere Richtungen lenken wollen).
    Da es KFOR nicht gelungen ist, im Norden für ein „safe and secure environment“ zu sorgen und das „freedom of movement“ durchzusetzen, ist von einem Versagen auszugehen, das einen nachhaltigen Autoritätsverlust mit sich bringen wird. Erschwert wird dies durch den Umstand, daß General Bühler nun auch sein zweites Ultimatum folgenlos verstreichen ließ. Immerhin haben die K-Serben und K-Albaner nun wenigstens eine Gemeinsamkeit, das Wissen, daß es sich bei der KFOR um einen zahnlosen Tiger handelt.

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 18:27

    @Prediger | 31. Juli 2011 – 14:25
    Die KFOR hat nicht die Rolle eines Raubtiers (Tigers) zu spielen, sondern stabilisierend zu wirken. Das ist gewiß keine leichte Aufgabe, jedoch keinesfalls mit unverhältnismäßigen Mitteln der Gewalt zu erreichen. Der Stärkere hat dabei Zurückhaltung zu halten. Die Polizei in Deutschland wirft auch keine Pflastersteine zurück, wenn sie mit diesen beworfen wird.

  • Joe   |   31. Juli 2011 - 19:08

    Es würde doch schon reichen, wenn verhältnismäßige Mittel angewandt werden würden. Die passive Strategie auf den Vorfall an der Grenze war jedenfalls falsch.

  • Memoria   |   31. Juli 2011 - 19:15

    @Stefan:
    Die Polizei in Deutschland fährt aber auch nicht einfach weg, wenn sie mit Pflastersteinen beworfen wird. Für solche Fälle gibt es verhältnismäßige Maßnahmen – auch bei KFOR (siehe MSU).

  • Prediger   |   31. Juli 2011 - 19:24

    Stefan, da Sie offenbar eine der von mir genannten „interessierten Parteien“ repräsentieren:
    „Die Polizei in Deutschland wirft auch keine Pflastersteine zurück, wenn sie mit diesen beworfen wird.“
    Die Polizei in Deutschland setzt das staatliche Gewaltmonopol entsprechend um, d.h. wird sie mit Pflastersteinen beworfen, so setzt sie z.B. den Schlagstock, Tränengas, Wasserwerfer o.ä. ein. Daher ist Ihre Analogie nicht zielführend.

    „Die KFOR hat nicht die Rolle eines Raubtiers (Tigers) zu spielen, sondern stabilisierend zu wirken. Das ist gewiß keine leichte Aufgabe, jedoch keinesfalls mit unverhältnismäßigen Mitteln der Gewalt zu erreichen.“
    Ähnlich wie oben beschrieben, verhält es sich hier. Die KFOR hat einen klar definierten Auftrag, d.h. die Schaffung eines „safe and secure environments“ und die Durchsetzung des „freedom of movement“. Beiden Aufträgen kommt sie derzeit nicht nach, obgleich ihr zur Durchsetzung des Auftrages eine Vielzahl von Mitteln unterhalb der Gewaltanwendung zur Verfügung stehen. Eine Zurückhaltung ist jedoch dann nicht mehr angebracht, wenn der COMKFOR wie von der serbischen Seite geschehen als Geisel genommen wird oder Feldlager der KFOR angegriffen werden.

    P.S.: Nach Lektüre Ihrer vorhergehenden Posts würden Sie natürlich auch ein solch „zurückhaltendes“ Vorgehen fordern, wenn es sich bei den Demonstranten um K-Albaner handeln würde, oder???

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 19:47

    @Prediger | 31. Juli 2011 – 19:24
    „Nach Lektüre Ihrer vorhergehenden Posts würden Sie natürlich auch ein solch “zurückhaltendes” Vorgehen fordern, wenn es sich bei den Demonstranten um K-Albaner handeln würde, oder???“

    Genau. Gleiches Recht für beide Volksgruppen. Die beiden Volksgruppen verstehen sich offenbar nicht besonders gut und wollen nicht zusammen in einem Staat leben. Darum entstand ein unabhängiges albanisches Kosovo auf dem ehemaligen Staatsterritorium Serbiens. Mit dem gleichen Recht fordern nun die Serben Unabhängigkeit innerhalb des gegenwärtigen Staatsterritoriums des Kosovo. Sie erkennen die albanische Zentralregierung des Kosovo nicht an, so wie ehemals die Albaner im Kosovo die serbische Zentralregierung in Belgrad nicht anerkannt haben.

  • Prediger   |   31. Juli 2011 - 20:13

    „Genau. Gleiches Recht für beide Volksgruppen. Die beiden Volksgruppen verstehen sich offenbar nicht besonders gut und wollen nicht zusammen in einem Staat leben. Darum entstand ein unabhängiges albanisches Kosovo auf dem ehemaligen Staatsterritorium Serbiens. Mit dem gleichen Recht fordern nun die Serben Unabhängigkeit innerhalb des gegenwärtigen Staatsterritoriums des Kosovo. Sie erkennen die albanische Zentralregierung des Kosovo nicht an, so wie ehemals die Albaner im Kosovo die serbische Zentralregierung in Belgrad nicht anerkannt haben.“

    Die Worte hör‘ ich wohl, …
    Aber nun gut: Dann werden Sie als Freund und Förderer der Gleichbehandlung ja keine Einwände haben, wenn sich Albaner, Bosniaken und Ungarn in Serbien gleichfalls abspalten. In Mazedonien werden Sie den Albanern dieses Recht natürlich auch nicht absprechen wollen und von Bosnien reden wir lieber erst gar nicht. Gesicherte Arbeitsplätze bei der Bundeswehr für die nächsten Jahrzehnte…

  • Stefan   |   31. Juli 2011 - 20:33

    @Prediger | 31. Juli 2011 – 20:13
    Richtig. Das Recht auf Unabhängigkeit spreche ich keinem Volk dieser Welt ab. Auch nicht den Korsen, den Schotten, den Iren, den Basken, den Südtirolern, den Tibetern ….. Jedes Volk hat ein international verbrieftes Recht auf Selbstbestimmung.

  • Niklas   |   31. Juli 2011 - 23:13

    Ohne das Thema respektive der obigen Warnung überstrapazieren zu wollen. Es stimmt. Jedes Volk hat ein Recht auf Selbstbestimmung. Aber für Albaner gibt es schon Albanien. Südtiroler sind im Grunde Deutsche und könnten genauso gut in Österreich oder Deutschland leben. Nur weil irgendwann in der Vergangenheit eine Gruppe in ein Gebiet gewandert ist, welches heutzutage dem Staat eines anderen Volkes gehört, darf man nicht drauf schließen, dass nun diese Gruppe ein Recht auf Abspaltung und Kontrolle dieses Gebietes hat. Wir könnten sonst jeden Staat demontieren.

    Ebenso wenig würde ich mich darüber aufregen, dass Polen mir nicht meinen Bauernhof zurückgibt.

    Im Übrigen ist es nicht immer leicht, regionale Eigenheiten von eigenen Völkern abzugrenzen. Die Bayern z.B. wären zwar gerne, sind aber kein eigenes Volk, sondern nur ein Stamm als Teil eines Volkes. Ob die Basken ein eigenes Volk sind, als Beispiel, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

    Um wieder den Bogen zu schlagen. Die Serben sehen doch, dass das Kosovo, ob richtig oder falsch spielt keine Rolle, nun ein eigener Staat ist. Wenn sie wirklich frei leben wollen, müssen sie nach Norden über die Grenze abwandern. Das ist nun mal die Lebensrealität, ob das nun fair ist oder nicht.

  • Khandahar   |   01. August 2011 - 0:09

    GenMaj Dr. h.c. Bühler, so viel Zeit muss in den Diskussionen sein!
    Wenn hier schon ein deutscher General einen serbischen (!!!) honoris causa (..für was eigentlich) verliehen bekommen hat und eine serbische Feundin sein eigen nennt, dann sollte die persönliche Betroffenheit des Herrn Generalmajor, der zu gerne einen dritten Stern haben möchte, doch wohl jedem eingängig sein.
    Im aktuellen Fall schadet m.E. die Verstrickung B´s in das Regionalpolitische eher als es nutzt. Wer hat diesen Mann eigentlich zum Com KFOR gemacht ? Dass so etwas kommen musste war doch wohl klar.

  • klabautermann   |   01. August 2011 - 0:18

    tja, und das nennt man wohl ’shit hits fan ‚………

  • T.Wiegold   |   01. August 2011 - 0:23

    @Khandahar

    Die dunkelgelbe Karte muss ich hier nicht extra vorzeigen, oder?

    Auf unsubstantiierte Vorwürfe am Rand der Beleidigung können wir hier gerne verzichten.

  • T.Wiegold   |   01. August 2011 - 0:46

    Gut, dass wir drüber geredet haben.

    Ich habe jetzt einen Kommentar bewusst gelöscht.

    Gerüchte hier noch ein bisschen auszuwalzen mit der Frage „stimmt das tatsächlich?“ ist weder originell noch lustig.

    Wenn es Belege für ein fehlerhaftes Verhalten eines Kommandeurs geben sollte, bin ich nicht dafür, sie unter den Teppich zu kehren. Aber genau so wenig gibt’s ein Ausbreiten von Gerüchten, von denen alle mal nur gehört haben. So nach dem Motto, man muss es nur oft genug erwähnen, und dann bleibt schon was hängen.

  • Rado   |   01. August 2011 - 9:44

    http://www.euractiv.de/328/artikel/kosovo-demonstranten-verlangen-abzug-von-eulex-004583
    Thaci will die EULEX loswerden, und startet einige Testballons, um den Nato Sicherheitsapparat auszutesten. Wenn das so ist, und jetzt die ersten Verurteilungen und Anklagen bevorstehen, wird sich die organisierte Kriminalität in der mafiösen kosovarischen Regierung in nächster Zeit deutlich bemerkbar machen.

  • GenMaj Erhard Bühler, COMKFOR   |   02. August 2011 - 0:11

    Ich will einmal den Versuch machen, Ihnen für Ihre Diskussion ein paar Fakten zu liefern. Der KFOR-Versorgungskonvoi bestand aus etwa 15 Fahrzeugen, z. T. Sattelzügen, das Personal zu etwa 50 % aus Zivilisten. Er wurde an einer ca. 700 m tief gestaffelten Strassensperre, die aus quer gestellten LKW, Baumstämmen, Baumaterial und Schotteraufschüttungen bestand, aufgehalten. Um die Strassensperre hatte sich eine aus ca 1500-2000 Personen bestehende Menschenmenge gebildet. Zudem hatten sich ca. 200 bis 300 mit Handfeuerwaffen und Handgranaten bewaffnete Radikale zum Teil unter die Demonstranten gemischt, zum Teil auf den Anhöhen rechts und links des Konvois verteilt. Von diesen wurde in mindestens 4 Fällen (ungezielte?) Schuesse aus Schnellfeuergewehren abgegeben. Dass sie nicht umsonst Waffen tragen, haben sie an den Vortagen durch Angriffe auf einen KFOR-Hubschrauber und eine KFOR-Kompanie am Grenzübergang Jarinje gezeigt. Die Kompanie hatte im Feuerkampf ihre Stellung gegen die Angreifer behauptet, konnte allerdings nicht verhindern, dass die Grenzstation durch Brandbomben in Brand gesetzt wurde.

    An eigenen Kräften konnten an die Stassensperre jeweils eine Kompanie von Norden und Süden sowie ein Zug EULEX-Polizei herangeführt werden. Mehr war wegen der angespannten Lage im gesamten Norden nicht verfügbar. Ein Ultimatum hat es nicht gegeben. Vielmehr wurden parallel zu den Verhandlungen Kräfte herangeführt und die Einsatzbereitschaft hergestellt.

    MIr war zum Zeitpunkt der Entscheidung zum Ausweichen klar, dass ich dafür öffentlich Kritik einstecken musste. Dies fand im übrigen im Kosovo nicht statt, weil man hier weis, dass solche Szenare nicht mit Polizeilagen wie in Deutschland vergleichbar sind. MIr war aber Leib und Leben der demonstrierenden Bürger, darunter Frauen und Kinder, und meiner Soldaten wichtiger als der kurzfristige, im übrigen sehr unsichere Erfolg einer gewaltsamen Räumung der Strassensperre und Durchsetzung des Rechts auf Bewegungsfreiheit von KFOR. Taktische Erfolge – wenn sie aufgrund der dargestellten Fakten überhaupt eintreten – können auch strategische, langfristig nachwirkende Niederlagen sein. Entscheidend für den langfristigen Erfolg von KFOR ist die Akzeptanz der Bevölkerung beider – übrigens nicht mehr im gesamten Kosovo verfeindeten – Ethnien. Die Bevölkerung im Norden ist schon viel zu lange eine Geisel von Strukturen radikaler Politik, Extremisten und Kriminellen, die sich im Norden leider durch eine viel zu lange Zeit ohne Recht und Ordnung herausgebildet haben. In der zur Zeit sehr angespannten Lage darf man nicht riskieren, durch unangemessenes Vorgehen zur weiteren Eskalation beizutragen. Im übrigen haben meine Soldaten in den vergangenen zwei Nächten durch Ausnutzen des Überraschungseffekts 4 Strassensperren im Norden geräumt ….
    Mit freundlichen Grüßen aus Pristina

  • Heiko Kamann   |   02. August 2011 - 6:48

    Vielen Dank Herr Bühler, Ihre Darstellung bringt doch mehr Licht in die Sache und ist eine Hilfe Dinge zu verstehen. Ihnen und KFOR weiterhin viel Erfolg.

  • Sascha Stoltenow   |   02. August 2011 - 8:43

    Bemerkenswert, und ich frage mich, warum dem Einsatzführungskommando bzw. dem Pressestab keine vergleichbare Stellungnahme möglich war? Oder war das Statement am Ende abgestimmt? Dann Lob und Anerkennung für diesen Entschluß auch an die Administration und Glückwunsch an Thomas Wiegold. (Authentizität vorausgesetzt)

  • Tom   |   02. August 2011 - 8:43

    Herr GenMaj Bühler,

    vielen Dank für die erklärenden und offenen Worte. Danke auch dafür, dass Sie sich nicht nur stabsintern oder KFORintern, sondern weltweit im Medium Internet eines privaten Journalisten zu den Vorgängen -aber auch zu den gegen Sie als COMKFOR persönlich erhobenen Vorwürfen- geäußert haben.

    Ich wünsche Ihnen und Ihren Soldaten noch viel Soldatenglück!

  • Memoria   |   02. August 2011 - 9:00

    @COMKFOR:
    Vielen Dank für die Erläuterungen auf eine so unmittelbare Weise.
    Besonders interessant finde ich Ihre Aussage zum nicht gestellten Ultimatum.
    Hier scheint es wohl unterschiedliche Wahrnehmungen zu geben.

    Wünsche Ihnen und Ihren Soldaten weiterhin viel Erfolg und Soldatenglück beim Zurückerlangen der Initiative.

  • Bendler-Blog » Blog Archive » Sicherheitspolitik 2.0   |   02. August 2011 - 9:31

    […] ist es nur eine Randnotiz, aber wenn das, was heute Nacht im Blog des Kollegen Thomas Wiegold in den Kommentaren zu lesen war, strategisch gewollt ist und fortgesetzt wird, könnte es den […]

  • Interessierter   |   02. August 2011 - 10:23

    Im Lichte der von COMKFOR gemachten Aussagen, sieht für mich die Lage durchaus anders aus, wie vom Gros der Kommentatoren hier beurteilt (zugegeben hatte Sie nicht die Information des GenMaj Bühler zur BdL).

    Ohne die taktischen Details der beiden Operationen wirkt das für mich durchaus durchdacht, mit klar formulierter Absicht eskalierend und stets dem „großen Ganzen“ Rechnung tragend:

    1. Als KFOR unverrichteter Dinge wieder abzog, könnte man das auch als kurzes „Aufklärungsgefecht“ bewerten um rauszufinden: Wie stark ist der Gegner? Wie schnell reagiert er? Wie schnell eskaliert er?

    2. Die dadurch gewonnen Erkenntnisse wurden entsprechend ausgewertet, eigene Kr herangeführt um

    3. In einer „handstreichartigen“ Operation der Roadblocks zu räumen und dabei so massiert aufzutreten, das eine weitere Eskalation gem. ROE nicht erforderlich werden sollte.

    Was wäre die andere Option gewesen??

    Sofortiges Räumen beim ersten „rascheln im Walde“? – Man hätte (vmtl. zu Recht) die Nervosität und Überreaktion des COMKFOR angeprangert

    Räumen nach dem Ultimatum? – Möglich wenn auch nur mit einem (ich nenne es jetzt mal so) „intensity level“ bzw. Eskalationsstufe…die Folgen? Unverständnis, Mißtrauen, Hass, evtl. Vergeltung…

    Es blieb also mE nur diese Möglichkeit….erstmal den großen Zeh in den Teich halten, kein Grund gleich reinzuspringen…

  • Alexander K.   |   02. August 2011 - 10:24

    Ich möchte Herrn GenMaj Erhard Bühler danke für die klaren Worte und die Nutzung der „nicht-mehr-ganz-so-neuen“ Medien.

    So wird eine Repräsentanz der Bundeswehr in diesen Kommunikationswegen besser genutzt.

    Danke
    ein Kamerad HptFw im Inland

  • J. Brandstaetter   |   02. August 2011 - 11:44

    @COMKFOR: Dem Herrn General Buehler herzlichen Dank fuer die Klarstellungen!!!

    Das KFOR Pressebuero war wohl zu beschaeftigt ein paar einfache Fragen wegen des Vorfalls zu beantworten. So darf es auch nicht verwundern, dass in der Region (ich arbeite von Bulgarien aus) die meisten Journalisten auf Quellen angewiesen sind, die vielleicht nicht ganz so zuverlaessig sind.

    Und dem Autor Gratulation zum Artikel und zum Blog insgesamt. Tolle Infos!!

  • Prediger   |   02. August 2011 - 13:25

    „Ein Ultimatum hat es nicht gegeben.“

    „Buhler: KFOR will unblock roads, even with force if necessary (dailies)
    Most dailies report on the front pages that COMKFOR General Erhard Buhler has given northern Serbs an ultimatum until Saturday to back down from blocking roads leading to border crossing points, Gates 1 and 31. Otherwise, Buhler said, KFOR would unblock the roads by using force.

    Buhler made these remarks during a press conference on Friday at the main bridge over Ibër River. Earlier, around 500 Serbs had gathered in Rudare and blocked a supply convoy for the multinational troops at the two border gates. Buhler’s message was that this is the first and last time that KFOR troops are denied access there.
    “We have gathered the necessary forces to open the road and we will do this. We have made it clear to them that we will cross this part and we will supply KFOR troops. Trying to protect ordinary citizens who were protesting peacefully I did not use my right to use force in unblocking the road,” Buhler was quoted as saying. “I made it clear to them that this was the last time and that there will not be a second time. Next time I will ensure free passing be it even with force.”
    (Quelle: UNMIK Media Monitoring v. 30.07.2011)

  • Queerbeet   |   02. August 2011 - 14:01

    @COMKAFOR

    Zuerst einmal recht herzlichen Dank für die ausführliche Stellungnahme.

    Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt lässt die bisherigen Vorgänge in völlig neuem Licht erscheinen. Zumindest ist dies mein persönlicher Eindruck.
    Durch die von Ihnen berichteten Umstände werden die von Ihnen getroffenen Entscheidungen wesentlich nachvollziehbarer und logischer.

    Vorher konnte man unter Umständen wirklich den Eindruck bekommen das sich die KFOR „auf der Nase herumtanzen lässt“. Wie dies vorher schon moniert wurde.
    Hier wäre wohl eine bessere Information der Öffentlichkeit seitens KFOR und UNMIK und auch eine besser recherchierte Berichterstattung durch die Presse wohl vorteilhafter gewesen. Soweit dies natürlich durch die OpSec möglich gewesen wäre.

    Ich wünsche Ihnen und den gesamten KFOR-Kräften alles gute und viel Soldatenglück!