Dazu mach ich nix.

Ich hoffe, meine Leser sehen es mir nach, wenn ich zu dem Schluss komme, dass sich eine Berichterstattung über die heutige (erneute) Anhörung von Ex-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und Ex-Staatssekretär Peter Wichert vor dem Kundus-Untersuchungsausschuss des Bundestages einfach nicht lohnt. Ich hab‘ nämlich heute gar nix Neues dabei erfahren.

(Der Vollständigkeit halber der Nachtrag: Schneiderhan kritisiert Pressereferat von Ex-Minister Jung)

24 Kommentare zu „Dazu mach ich nix.“

  • JCR   |   29. September 2010 - 18:02

    Richtig so :)

  • icharbeitegern   |   29. September 2010 - 18:09

    Gute Entscheidung..
    Wichtiger ist es nach vorne zu blicken und über Dinge zu berichten die echten Einfluss auf die Zukunft haben. Den haben die Herren Pensionäre zum Glück nicht mehr.

  • Voodoo   |   29. September 2010 - 18:30

    Der Untersuchungsausschuss ist doch sowieso eine Farce. Oppositionsprofilierungsausschuss würde es besser treffen, erscheint mir bei doppeltem Lesen aber auch als etwas zu lang.

  • accipiter   |   29. September 2010 - 18:33

    Kann ich nur unterstützen. Nichts als Oppositionsgedöns dieses Gewürge.

  • BausC   |   29. September 2010 - 19:53

    Wieso wundert mich das nicht?

  • StFwdR   |   29. September 2010 - 19:57

    :-)

  • Hohenstaufen   |   29. September 2010 - 21:34

    Herr Gebauer vom SPIEGEL ist wie so häufig von seiner Wichtigkeit besoffen und kündet voll Sündenstolz am Endes seines Pamphlets von einem „deutschen Verbrechen“.

    Zitat:
    „SPIEGEL ONLINE hat die Geschichten der Protagonisten rekonstruiert und analysiert die Folgen eines deutschen Verbrechens, das so schnell nicht vergessen sein wird.“
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,720379,00.html

  • Marinekenner   |   29. September 2010 - 22:46

    Sehr geehrter Herr Wiegold,

    vielen Dank für Ihr weitgehendes „Ignorieren“ dieser Komödie (altgriechisch „singender Umzug“, meist „Lustspiel“ eigentlich jedoch ein Drama mit erheiterndem Handlungsablauf). Die Erheiterung erschließt sich jedoch nur den Zeitgenossen, die – relativ unbeiteiligt – diesen Veranstaltungen beiwohnen dürfen / rsp. „müssen“.
    Die große Welle der parteipolitischen Erregung scheint auszulaufen, zumal nur wenige Printmedien aufsatteln – …und das ist gut so!
    Die (wenigen) Teile der Bevölkerung, die sich noch für Politik interessieren haben es inzwischen auch recht satt, dass dieselbe Kuh ständig durch´s Dorf getrieben wird. Irgendwann muss einmal Schluß sein, zumal sich der sittliche Nährwert („wer hat wem, wann, was mitgeteilt“) dieses Polittheaters in überschaubaren Grenzen hält.

    Aber was schreibe ich hier eigentlich… Ich investiere viel zu viel meiner Zeit in einen Kommentar, der eigentlich genauso überflüssig ist, wie die weitere Berichterstattung über diese Posse.
    Gut, dass Sie sich dem enthalten – Chapeau.

  • S.W.   |   29. September 2010 - 22:56

    @Hohenstaufen
    Gebauer hat aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen weiterhin einen relativ privilegierten Zugang zu Informationen. Er selbst hat allerdings wenig Ahnung von den Dingen, über die er schreibt. Zudem zeichnet er sich durch einen unangenehmen Boulevard-Stil aus und schafft es auch nie, einfach nur zu berichten und dem Leser die Bewertung zu überlassen. Sein theatralisches und völlig unangemessenes Gerede über „deutsche Verbrechen“ passt da voll ins Bild. Hier wollte wohl jemand mit der propagandistischen Brechstange bestimmte Assoziationen herstellen. Gebauer sollte sich schämen.

  • Sun Tzu   |   29. September 2010 - 23:25

    @ S.W.

    Wenn es um totale sicherheitspolitische Ahnungslosigkeit geht, so hat Herr Gebauer aber „gute“ Gesellschaft in der schreibenden Zunft. (Nein, Herr Wiegold, Sie müssen sich hier nicht angesprochen fühlen! Sie sind eine der wenigen Ausnahmen im journalistischen Tal der Ahnungslosen in Deutschland!)

    Manchmal hat man ja den Eindruck, Spiegel und Zeit hätten einen inoffiziellen Wettbewerb, wer nun den inkompetentesten, an der Sache am meisten vorbeigehenden, dafür aber mit reichlich absurder Ideologie garnierten Artikel schreiben kann.

    Die Berichterstattung über Sitzungen des Kundus- Untersuchungsausschuss sind dann immer die Festspiele dieser Schreiberlinge, die, unbelastet von Sachkunde, ihre parteipolitische Ideologie in die Tastatur rotzen können.

  • Niklas   |   29. September 2010 - 23:35

    In Zeiten der mäßigen Alltagsdramatik will halt jeder mal nen
    „richtig dicken Fisch“ liefern :)
    Trennung
    Schön, dass der Ausschuss ignoriert wird.

  • Boris Barschow   |   30. September 2010 - 0:43

    Und ich habe es noch nichj einmal angekündigt, dass ich ihn ignoriere….

  • T.Wiegold   |   30. September 2010 - 1:05

    Ups, bin ein wenig überrascht, welche Reaktionen ein Vierzeiler mit einer Non-Meldung hervorruft….

    Eine Bitte in die Runde: Ich weiß, dass es gegen manche anderen Medien und auch gegen einige aus meiner Branche Vorbehalte gibt. Aber mir wäre es schon lieber, wenn sich das nicht in einem Bashing bestimmter Kollegen hier niederschlagen würde…

  • Ash   |   30. September 2010 - 5:36

    Mal unabhängig davon, dass zu Guttenberg genau die richtigen Bremser „entlassen“ hat, bin ich persönlich für die Artikel anderer Medien, insbesondere des SPIEGEL dankbar… auch wenn ich inhaltlich nicht alles teile. Ansonsten halte ich das Einhalten der Netiquette ebenfalls für wichtig, insbesondere wenn sich die „Ankläger“ ja im Schutz der Anonymität des Netzes bewegen.

  • StFwdR   |   30. September 2010 - 7:15

    Immerhin wird nicht mehr mit unsäglich vielen „Opfern“ argumentiert :

    „Dabei wurden am 4. September 2009 nach jüngsten Erkenntnissen der Bundeswehr 91 Menschen getötet und 11 verletzt. “

    Der Rest ist spekulativ und bedient die masochistischen Kreise unseres Landes die sich nun in einer „neuen Sünde“ suhlen können.

  • S.W.   |   30. September 2010 - 9:32

    @T. Wiegold:
    Herr Gebauer, der keine Probleme hat sich sehr weit aus dem Fenster zu lehnen und dabei eindeutige Schuldvorwürfe mit fragwürdiger historischer Konnotation auszusprechen („deutsches Verbrechen“), steht m.E. mit diesem Verhalten nicht jenseits der Kritik.

    Juristisch angreifbar ist seine Formulierung allerdings wohl nicht, da deutsche Richter bekanntermaßen der Ansicht sind, dass allgemeine unwahre Unterstellungen einer Straftat gegen eine Institution nicht als üble Nachrede gelten.

  • T.Wiegold   |   30. September 2010 - 10:02

    @S.W.
    Keiner von uns (Journalisten) steht jenseits der Kritik. Allerdings ist dieses Blog vielleicht nicht ganz das richtige Forum, um Kritik an Berichten in einem ganz anderen Medium öffentlich zu machen?

  • Sun Tzu   |   30. September 2010 - 10:45

    @ T.Wiegold | 30. September 2010 – 10:02

    Im sicherheitspolitischen Themenfeld ist die Berichterstattung über Konflikte immer Teil des Konflikts, zumindest für freie Gesellschaften.

    Gerade für Afghanistan gilt das, da Aufständische Aktionen oft nur vornehmen, um damit ein entsprechendes Medienecho in der freien Presse der westlichen Welt zu produzieren.

    Aufständische wissen, dass sie die Heimatfronten der ISAF-Staaten zermürben müssen, wenn sie eine Chance haben wollen.

    Hier spielen einige Ihrer Kollegen leider eine sehr zweifelhafte Rolle und spielen faktisch Aufständischen in die Hände und verlängern so den Konflikt.

    Spätestens seit der Tet- Offensive ist es Basiswissen für Aufständische in einem asymmetrischen Krieg, dass man eine Schlacht im Feld ruhig militärisch verlieren kann und es auch nicht darauf ankommt, dabei 100.000 eigene Kämpfer zu verlieren. Solange entsprechende mediale und gesellschaftliche Wirkungen damit erzielt werden, ist eine solche Aktion für Aufständische ein Erfolg.

    Denn INS wissen: Militärisch gewinnen können sie nicht. Schaffen sie es jedoch, die ISAF-Staaten zum Abzug zu bewegen, bevor in Afghanistan selbsttragende Staats- und Sicherheitsstrukturen existieren, dann haben sie gewonnen und können mit Brutalität und Einschüchterung wieder ihr mittelalterliches Regime errichten.

    Was nun für dieses Blog relevant ist, entscheiden selbstverständlich Sie. Ich hatte Ihren Ansatz jedoch so verstanden, dass Sie die Konfliktlinien aus den unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten wollen.
    Die Verantwortung, möglicherweise auch die Schuld einiger Medien und Reporter an Krieg, Schwierigkeiten bei der Befriedung und Motivation des Gegners ist hier eine durchaus betrachtenswerte Dimension der sicherheitspolitischen Problematik.

    Einige Reporter und Medien erwecken ja durchaus den Eindruck einer 5. Kolonne der Taliban.
    Eine qualifizierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten der journalistischen Zunft ist daher überfällig.

    Daher würde ich Ihre Frage so beantworten: Ja, ein sicherheitspolitisches Blog ist der richtige Ort, um sich mit möglicherweise zweifelhaftem und kriegsbeeinflussendem Verhalten von bestimmten Journalisten auseinander zu setzen.

    Medien, wie z.B. Zeit.de, zensieren und sperren ja Kommentatoren gnadenlos, die es wagen, die Unfehlbarkeit der Redaktion in Frage zu stellen. Warum wohl? Hat man dort was zu verbergen, dass man sich der Macht des Wortes nicht stellen will?
    Denn mehr, als die Kraft seiner Argumente, hat ein anonymer Internetkommentator nicht.

  • T.Wiegold   |   30. September 2010 - 11:17

    @Sun Tzu
    Den Begriff der 5. Kolonne der Taliban finde ich nicht besonders glücklich. Und bei allem angebrachten Streit über bestimmte Arten der medialen Aufarbeitung dieses Konflikts: Ebenfalls nicht glücklich finde ich es, wenn es am Ende darauf hinaus läuft zu schreiben Herr X. hat wieder mal Mist gebaut.

    Ich propagiere hier keine Unfehlbarkeit der Redaktion (die ja auch nur aus mir besteht), aber dieses Blog kann auch nicht wirklich das Forum sein, in jedem Detail die Berichterstattung anderer Medien zu debattieren…

  • J. König   |   30. September 2010 - 11:46

    @ T.W

    „…dieses Blog kann auch nicht wirklich das Forum sein, in jedem Detail die Berichterstattung anderer Medien zu debattieren.“

    Das teile ich voll und ganz. Würde diese Art und Weise, wie es sich gerade abzeichnet, fortgeführt werden … ich glaube ich würde das blog nicht mehr anklicken.

    Kritik an der Art und Weise, wie andere bundesdeutsche Presseerzeugnisse aufarbeiten, sollte auf deren blog ausgetragen werden … denn da gehört es auch hin.

    Nix für ungut

  • S.W.   |   30. September 2010 - 12:08

    @J. König
    Diese Logik erschließt sich mir nicht. Dementsprechend müssten Aktionen der Bundeswehr z.B. ausschließlich im Blog der Bundeswehr diskutiert werden.

    Aber Herr Wiegold ist der Hausherr, und wenn er bestimmte Diskussionen hier (aus möglicherweise nachvollziehbareren Gründen als den erwähnten) nicht möchte, dann ist dies selbstverständlich zu respektieren.

  • Ash   |   30. September 2010 - 14:42

    Für diejenigen, die zwar auch nichts Neues gehört haben, aber vielleicht das Alte breits vergessen :-), hier ein m.E. interessanter Artikel:

    http://analyticsdotcom.wordpress.com/2009/12/29/ein-mann-sieht-rot-bundeswehr-zwei-punkt-null/

  • Bendler-Blog » Blog Archive » Aufräumarbeiten im Kunduz-Ausschuss - Schneiderhan kritisiert Raabe   |   01. Oktober 2010 - 0:22

    […] Das ist wirklich bemerkenswert. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, reitet im Kunduz-Untersuchungsausschuß eine Frontalattacke gegen den ehemaligen Leiter des Pressestabes, Thomas Raabe. Laut Bericht auf der Webseite des Bundestages habe Raabe zivile Opfer des Luftangriffs zunächst bestritten und dann nur als Eventualität in Betracht gezogen, obwohl dem Pressestab alle Unterlagen des Planungs- und des Einsatzführungsstabs vorgelegen hätten. Schneiderhan bilanziert: ”Die Aktivitäten des Herrn Raabe in den ersten Tagen nach dem Bombardement trugen nicht unbedingt zu einem geordneten Verwaltungshandeln bei. (…) Der Pressestab hat an uns vorbeiagiert“. […]

  • Jeffe   |   02. Oktober 2010 - 7:53

    Nach der Aussage Schneiderhan’s:

    ”Die Aktivitäten des Herrn Raabe in den ersten Tagen nach dem Bombardement trugen nicht unbedingt zu einem geordneten Verwaltungshandeln bei.“

    ist ja wohl ohne Zweifel klar, wie seine Einstellung war. Er (und sein damaliger Minister im Praktikum, Jung) hat verwaltet und nicht geführt. Und genau das war eines der Probleme.